Kenia Wieder ein Mord an Oppositionspolitiker

Im Westen Kenias ist erneut ein Abgeordneter der Opposition getötet worden. Ein Verkehrspolizist habe den Politiker aus der Partei Odingas erschossen, hieß es. Uno-Generalsekretär Ban warnte angesichts der eskalierenden Gewalt vor einer Katastrophe in dem afrikanischen Land.


Nairobi - Die Lage in Kenia hat sich heute weiter zugespitzt: David Kimutai von der Partei Orange Democratic Movement (ODM) des Oppositionsführers Raila Odinga sei von einem Verkehrspolizisten in einem Vorort der Stadt Eldoret erschossen worden, sagte ein Polizeioffizier der Nachrichtenagentur AFP in Nairobi.

Unklar sind allerdings noch die Hintergründe der Tat. Während die kenianische Polizei von einem Eifersuchtsdrama sprach, bezeichnete Oppositionschef Odinga die Tat als politischen Akt und Hinrichtung, um die Mehrheit seiner Partei im Parlament zu reduzieren. Odingasagte, hinter dem gewaltsamen Tod des Abgeordneten stecke "eine Verschwörung", um seine Partei im Parlament zu schwächen. Seine politischen Gegner seien in den "brutalen Mord" verwickelt.

Es war bereits das zweite Mal, dass ein ODM-Abgeordneter getötet wurde, seitdem Kenia nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen Ende Dezember von Unruhen erschüttert wird. In der Nacht zum Dienstag war Melitus Mugabe Were vor seinem Haus in Nairobi erschossen worden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte angesichts der eskalierenden Gewalt in Kenia vor einer Katastrophe. Die Situation könnte katastrophale Ausmaße annehmen, wenn Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Odinga nicht alles zur Beilegung der Krise unternähmen, sagte Ban zu Beginn des Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba.

Gleichzeitig forderte er die AU-Staats- und -Regierungschefs in der äthiopischen Hauptstadt auf, alles zu tun, um eine weitere Verschärfung des Konflikts zu verhindern. Ban wird Diplomaten zufolge morgen nach Nairobi reisen, um die Vermittlungsversuche seines Vorgängers bei den Vereinten Nationen, Kofi Annan, zu unterstützen.

amz/AFP/Reuters



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