Streit über Sanktionen Kerry tadelt Frankreich wegen Kooperationsplänen mit Iran

Frankreich will die Geschäftsbeziehungen mit Iran wiederbeleben, die USA halten dagegen. Weil eine französische Wirtschaftsdelegation nach Teheran reiste, hagelt es Kritik von Außenminister Kerry.
Außenminister Kerry und Fabius: "Teheran ist nicht offen für Geschäfte"

Außenminister Kerry und Fabius: "Teheran ist nicht offen für Geschäfte"

Foto: Philippe Wojazer/ dpa

Washington - US-Außenminister John Kerry hat Frankreich wegen der Reise einer Wirtschaftsdelegation nach Iran ungewöhnlich deutlich kritisiert. Kerry habe seinem französischen Kollegen Laurent Fabius persönlich gesagt, dass dies "nicht hilfreich" sei, sagte US-Staatssekretärin Wendy Sherman am Dienstag vor Kongressabgeordneten in Washington.

Frankreich will die Geschäftsbeziehungen mit Teheran wiederbeleben. Die USA halten dagegen: Es gebe keinen Alltag mit der Islamischen Republik. "Teheran ist nicht offen für Geschäfte, weil die Aufhebung der Sanktionen eher vorübergehend ist, ziemlich begrenzt und zielgerichtet", teilte das State Department in Washington mit.

Das französische Außenministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Im Rahmen einer im November erzielten vorläufigen Vereinbarung zum iranischen Atomprogramm und einigen Zugeständnissen der Regierung in Teheran setzten die USA und die Europäische Union einige Sanktionen aus. Seither ist unter westlichen Firmen ein Wettlauf um lukrative Geschäfte in der Islamischen Republik ausgebrochen.

Am Sonntag fuhren mehr als 100 französische Manager der größten Firmen für mehrere Tage in das Land - die namhafteste Handelsdelegation, die Frankreich seit Jahren gestellt hat. Unter anderem schickten der Autobauer Renault, der Energieversorger GDF Suez, der Siemens-Konkurrent Alstom, Airbus sowie der Rüstungskonzern Safran Vertreter. Die Reise war vom Unternehmerverband Medef organisiert worden.

syd/AFP
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