Streit über Sanktionen Kerry tadelt Frankreich wegen Kooperationsplänen mit Iran

Frankreich will die Geschäftsbeziehungen mit Iran wiederbeleben, die USA halten dagegen. Weil eine französische Wirtschaftsdelegation nach Teheran reiste, hagelt es Kritik von Außenminister Kerry.

Außenminister Kerry und Fabius: "Teheran ist nicht offen für Geschäfte"
DPA

Außenminister Kerry und Fabius: "Teheran ist nicht offen für Geschäfte"


Washington - US-Außenminister John Kerry hat Frankreich wegen der Reise einer Wirtschaftsdelegation nach Iran ungewöhnlich deutlich kritisiert. Kerry habe seinem französischen Kollegen Laurent Fabius persönlich gesagt, dass dies "nicht hilfreich" sei, sagte US-Staatssekretärin Wendy Sherman am Dienstag vor Kongressabgeordneten in Washington.

Frankreich will die Geschäftsbeziehungen mit Teheran wiederbeleben. Die USA halten dagegen: Es gebe keinen Alltag mit der Islamischen Republik. "Teheran ist nicht offen für Geschäfte, weil die Aufhebung der Sanktionen eher vorübergehend ist, ziemlich begrenzt und zielgerichtet", teilte das State Department in Washington mit.

Das französische Außenministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Im Rahmen einer im November erzielten vorläufigen Vereinbarung zum iranischen Atomprogramm und einigen Zugeständnissen der Regierung in Teheran setzten die USA und die Europäische Union einige Sanktionen aus. Seither ist unter westlichen Firmen ein Wettlauf um lukrative Geschäfte in der Islamischen Republik ausgebrochen.

Am Sonntag fuhren mehr als 100 französische Manager der größten Firmen für mehrere Tage in das Land - die namhafteste Handelsdelegation, die Frankreich seit Jahren gestellt hat. Unter anderem schickten der Autobauer Renault, der Energieversorger GDF Suez, der Siemens-Konkurrent Alstom, Airbus sowie der Rüstungskonzern Safran Vertreter. Die Reise war vom Unternehmerverband Medef organisiert worden.

syd/AFP

insgesamt 14 Beiträge
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Rezet 05.02.2014
1.
Kann sich noch jemand an die Sanktionen gegen Indien erinnern? Die waren wegen der atomaren Bewaffnung verhängt worden...und wer kündigte diese plötzlich nicht nur im Alleingang auf sondern lieferte dann auch gleich teure Waffensysteme an Indien? Jepp, das waren die USA. (Lügen haben gar nicht so kurze Beine, kürzer ist oft das Leben derer die an sie Glauben)
topodoro 05.02.2014
2. Tja, da hat sich Kerry verquasselt
Zitat von RezetKann sich noch jemand an die Sanktionen gegen Indien erinnern? Die waren wegen der atomaren Bewaffnung verhängt worden...und wer kündigte diese plötzlich nicht nur im Alleingang auf sondern lieferte dann auch gleich teure Waffensysteme an Indien? Jepp, das waren die USA. (Lügen haben gar nicht so kurze Beine, kürzer ist oft das Leben derer die an sie Glauben)
Er will eben keine nachhaltige Politik und Aufhebung der Sanktionen. Er will eben nur eine vorübergehende Entspannung. Hätte er sonst mitgeteilt: "Teheran ist nicht offen für Geschäfte, weil die Aufhebung der Sanktionen eher vorübergehend ist, ziemlich begrenzt und zielgerichtet". An einem normalen und friedlichen Zusammenleben hat er, und die Leute die ihn einsetzen, wohl kein Interesse
z_beeblebrox 05.02.2014
3. Sorry Kerry,
aber Frankreich ist ein souveräner Staat, nicht so ein Vasall wie Deutschland. Kapiert ihr das hinterm Atlantik immer nicht nicht? Und wenn es um Sanktionen gegen den Iran geht: Warum z.B. liefert das US-Unternehmen Caterpillar immer noch Maschinen in den Iran? Ach, das macht irgend ein unbekannter Händler via Dubai, Türkey etc.? Ja, ja, diese Ausreden kennen wir schon zur Genüge. Buying American in Tehran: Apples, razors, Coke and ... (http://bigstory.ap.org/article/buying-american-tehran-apples-razors-and-coke)
meier_7 05.02.2014
4. optional
Einmal mehr zeigen die USA ihr wahres Gesicht, warum sollten sich eigentlich andere Länder gegenüber den USA öffnen, wenn diese so kleinkaririert, nachtragend intollerant egozentrisch und machtbesessen sind. Iran sollte sehr vorsichtig sein, welche Deals sie mit diesem Land eingehen, die Geschichten Libyens, Syriens, Iraks, Afghanistans etc. sprechen Bände. Ich verwette aber meinen letzten Cent, wenn die Verhandlungen scheitern ist am Ende wieder der Iran schuld, wann lernen wir in der BRD endlich daraus?
eule_neu 05.02.2014
5. Der
Es grenzt schon an ein unverschämtes diplomatisches Handeln, was dieser Kerry den Franzosen einreden will. Wer sind denn die USA? Jeder sollte sich an die Geschichte Irans seit Anfang der 1950iger Jahre und nachfolgende erinnern, was die USA diesem Volk an böswilligen Handeln angetan hat. Kein Volk wird solch eine Behandlung durch die USA vergessen! Die USA wollen eine gewisse Rache an der Botschaftsbesetzung und dem Rauswurf aus dem Iran üben, schließlich haben die USA seitdem kein Kontrolle mehr über das Land. Man braucht doch nur die Namen und die Religionszugehörigkeit der amerikanischen Kongressabgeordneten zu googeln, um zu Wissen, woher der Wind weht. Die US-Politik ist verlogen und dient nur den Lobbygruppen des Landes. Hoffentlich geben die Franzosen die Antwort, die die US-Regierung in die Schranken weist.
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