Bemühungen um Friedenskonferenz Kerry verschiebt Nahostreise für Syriengespräche

Die Lage in Syrien verschärft sich: US-Präsident Obama will bei einer Konferenz im Weißen Haus neue Maßnahmen für das von Gräueltaten gebeutelte Land diskutieren. US-Außenminister Kerry hat für die Gespräche eine Nahost-Reise verschoben.

Obama, Kerry (Archivbild): Soll die USA die syrische Opposition bewaffnen?
AP/dpa

Obama, Kerry (Archivbild): Soll die USA die syrische Opposition bewaffnen?


Damaskus - Sollen die Vereinigten Staaten in den Konflikt in Syrien eingreifen und die Opposition bewaffnen? Unter anderem um diese Frage geht es laut Nachrichtenagentur AP in einer Konferenz, die am Montag in der US-Hauptstadt Washington begonnen hat. Auch US-Außenminister John Kerry werde an den Gesprächen im Weißen Haus teilnehmen, hieß es. Dafür habe er seinen ursprünglich für diese Woche geplanten Besuch in Israel und den Palästinensergebieten verschoben.

US-Präsident Obama werde eine ganze Reihe von Maßnahmen bei dem Treffen im Weißen Haus in Betracht ziehen, teilte eine Regierungssprecherin mit. Die Lage in Syrien hätte sich verschärft, erklärte sie mit Bezug auf die Unterstützung des Regimes von Staatschef Baschar al-Assad durch Kämpfer aus Iran und dem Irak. Erst am Sonntag war bekannt geworden, dass beide Kriegsparteien in Syrien womöglich neue Gräueltaten verübt haben.

In Syrien bereitet sich Assad derweil auf eine Offensive in der Millionenmetropole Aleppo vor. Rebellen berichteten am Montag, dass weiterhin viele schiitische Kämpfer aus dem Irak kämen, um die Truppen des Staatschefs zu verstärken.

Die USA bemühen sich, gemeinsam mit Russland eine internationale Friedenskonferenz für das Bürgerkriegsland zu initiieren. Eigentlich war dafür bereits ein Termin im Mai angedacht. Doch ein Streit innerhalb der syrischen Opposition über die Teilnehmer des Treffens zögerte den Termin immer weiter hinaus. Als frühestmögliches Datum gilt mittlerweile der Monat Juli.

Der Bürgerkrieg in Syrien entwickelt sich immer mehr zu einer Auseinandersetzung zwischen den Religionsrichtungen. Assad gehört der Minderheit der Alawiten an, die dem schiitischen Glauben nahestehen, während die Bevölkerungsmehrheit sunnitisch ist. Die Gefahr steigt, dass Nachbarländer wie der Irak, der Libanon, Jordanien und Israel in den Konflikt hineingezogen werden.

bos/AFP/AP/Reuters

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