Kontaktgruppe Kerry verspricht syrischer Opposition neue Millionenhilfe

Westliche und arabische Staaten haben der syrischen Opposition mehr Hilfe zugesagt. US-Außenminister Kerry versprach 60 Millionen Dollar aus Washington sowie Lebensmittel und medizinische Güter. Doch die Rebellen erwarten stärkere Unterstützung im Kampf gegen Assads Regime.


Rom - Aus Washington kam eine klare Zusage: 60 Millionen US-Dollar (umgerechnet 46 Millionen Euro) sollen an die Rebellen im Bürgerkriegsland Syrien fließen, hinzu kommen erstmals direkte Lieferungen von Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern. So soll den Menschen in der von der Opposition kontrollierten Gebieten geholfen werden.

Am Donnerstag griffen syrische Regierungstruppen erneut Wohngebiete an. Kerry verurteilte die "Brutalität" von Präsident Baschar al-Assad, der Scud-Raketen auf Zivilisten abfeuern ließ. Gleichzeitig rief er dazu auf, eine politische Lösung zu finden und eine syrische Übergangsregierung zu bilden.

Kerry machte seine Zusagen bei einer internationalen Konferenz in Rom. An dem Treffen nahmen die Staaten der Kerngruppe der Syrien-Kontaktgruppe teil, zu denen auch Deutschland gehört. Berlin stellt weitere fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe im syrischen Bürgerkrieg bereit.

Auch andere westliche und arabische Staaten sagten im Kampf gegen Assad mehr politische und materielle Hilfe zu. Ob damit auch eine militärische Unterstützung der Rebellen gemeint ist, war zunächst unklar. Laut Nachrichtenagentur dpa wurde dem Wunsch der Opposition nach Waffenlieferungen nicht nachgegeben.

Mitglieder der Nationalen Syrischen Koalition forderten aber vor allem moderne Waffen und mehr humanitäre Hilfe für die Bürgerkriegsflüchtlinge. Einige Golfstaaten haben nach Angaben der Opposition bereits inoffiziell Waffen an die Regimegegner geschickt.

In ihrer Erklärung von Rom forderten die Staaten der Syrien-Kontaktgruppe andere Länder auf, Waffenlieferungen an das Regime sofort zu stoppen. Assad bezieht seine Waffen vornehmlich aus Russland. Der französische Präsident François Hollande hatte Moskau am Donnerstagmorgen dazu gedrängt, von der Führung in Damaskus abzurücken.

Seit Beginn des Aufstands in Syrien vor zwei Jahren sind nach Uno-Schätzungen bis zu 70.000 Menschen getötet worden. Mehr als 800.000 Syrer sind auf der Flucht. Die Uno schlug am Mittwoch Alarm - sie könne den Flüchtlingen nicht genügend Hilfe bieten: "Dies ist eine Krise, die unsere Kapazitäten völlig überdehnt."

In Syrien zählten die Regimegegner am Donnerstag 27 Tote, darunter zwölf Männer aus Damaskus. Sie sollen im Gefängnis zu Tode gefoltert worden sein. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, in Homs seien durch die Explosion einer Autobombe mehrere Menschen getötet worden. In dem Viertel Akrema al-Dschadida, in dem der Anschlag verübt wurde, wohnen vorwiegend Angehörige der alawitischen Minderheit, der auch Assad angehört.

kgp/dpa

insgesamt 51 Beiträge
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juergw. 28.02.2013
1. Doch noch Geld in der Kasse ?
Zitat von sysopAFPWestliche und arabische Staaten haben der syrischen Opposition mehr Hilfe zugesagt. US-Außenminister Kerry versprach 60 Millionen Dollar aus Washington sowie Lebensmittel und medizinische Güter. Doch die Rebellen erwarten stärkere Unterstützung im Kampf gegen Assads Regime. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kerry-verspricht-syrischer-opposition-neue-millionenhilfe-a-886145.html
soll nicht am Freitag das grosse Sparen beginnen in Amerika ?Nun gut für die Lobbyisten der Rüstungsindustrie ist noch was übrig.
seneca55 28.02.2013
2. Westerwelle will weitere 5 Mio.EUR Humanitäre Hilfe anbieten?
Super, Guido! Endlich eine dankbare Adresse für unsere Pferdefleisch-Fertiggerichte, sofern sie ohne Schweinefleischzusätze wären. Lidl-Aldi-und Konsorten und die deutschen Fertiggericht-Liebhaber werden Westerwelle bei der BTWahl im Sep. bestimmt nicht vergessen und die Sunni-Aktivisten würden auch wieder satt.
holz-auge 28.02.2013
3. In Zeiten
knapper Kassen ist es besser 60 Mio. zu investieren, als sich selbst unter einem Vielfachen dieser Summe die Hände schmutzig zu maqchen. Ganz neu in diesem Kontext: Wo früher Heimlichtuerei und CIA die Unterstützung für Oppositionen suoveräner Staaten bewerkstelligten, wird neuerdings ganz offen auf der politischen Bühne agiert. Man macht sich nicht mal mehr die Mühe, derartige völkerrechtswidrigen Aktionen zu vertuschen. Oh, Amerika, wie schlecht muss es Dir gehen....
Ghanima22 28.02.2013
4.
Zitat von sysopAFPWestliche und arabische Staaten haben der syrischen Opposition mehr Hilfe zugesagt. US-Außenminister Kerry versprach 60 Millionen Dollar aus Washington sowie Lebensmittel und medizinische Güter. Doch die Rebellen erwarten stärkere Unterstützung im Kampf gegen Assads Regime. http://www.spiegel.de/politik/ausland/kerry-verspricht-syrischer-opposition-neue-millionenhilfe-a-886145.html
Ende und Aus. Keine Waffen, keine millitärische Unterstützung und schon gar kein direktes millitärisches Eingreifen. Jetzt müssen sich die beiden Grossen, also USA und Russland, nur noch darüber einigen, entlang welcher Linien Syrien für einen Waffenstillstand geteilt werden soll. Die syrische "Opposition" weiss auch das es vorbei ist und braucht jetzt ganz schnell sowas wie eine Regierung. Assad weiss das es vorbei ist, kein Hahn kräht mehr danach ob er bis 2014 weiterhin im Amt ist und dann sogar zur Präsidentenwahl antritt. Holland ist gleich mal beim Kreml vorstellig geworden um auszuloten was für Frankreich jetzt noch drin ist, andere werden folgen.
kainkani 28.02.2013
5.
Jeder will ein Stück Syrien haben....USA und die Russen wissen genau wie sie es aufteilen sollen..... Hauptsache keine Waffen an den Terroristen liefern
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