Vater eines gefallenen US-Soldaten Khizr Khan tritt für Clinton auf

Er hatte Donald Trump scharf angegriffen und als Vater eines gefallenen US-Soldaten große Aufmerksamkeit bekommen. Jetzt hat Khizr Khan noch einmal gesprochen, auf Einladung Hillary Clintons.

Khizr Khan mit seiner Frau Ghazala
AP

Khizr Khan mit seiner Frau Ghazala


Die Rede von Khizr Khan im Juli dieses Jahres war einer der Gänsehautmomente auf dem Parteitag der US-Demokraten in Philadelphia. Der Anwalt, dessen Sohn 2004 als US-Soldat im Irakkrieg gefallen war, kritisierte den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump damals heftig. Jetzt sprach Khan erneut vor Gästen auf Einladung von Hillary Clinton in einer Moschee in Norfolk, Virginia.

"Die Menschen fragen mich, ob ich wieder so handeln würde - ja, eine Million Mal, immer und immer wieder", sagt Khan. Bis der Hass und die Bigotterie aus den Vereinigten Staaten von Amerika verschwunden seien. Solange werde er sprechen, schreibt die britische Zeitung "The Guardian".

"Waren Sie jemals auf dem Nationalfriedhof von Arlington? Gehen Sie dorthin und schauen Sie auf die Gräber der Patrioten, die die USA verteidigt haben", rief Khan damals während seiner Rede auf dem demokratischen Parteitag im Juli Trump zu. "Sie werden dort alle Glaubensrichtungen finden, alle Geschlechter und Ethnien. Sie dagegen haben nichts und niemanden geopfert!"

Der Anwalt hatte 2004 seinen Sohn Humayun verloren. Dieser starb im Irak mit 27 Jahren bei einem Autobombenanschlag. "Mein Sohn opferte sich für sein Land", hatte Khan damals gesagt - um sich im nächsten Satz Trump und dessen Kritik an Muslimen vorzunehmen.

Trump hätte die Rede so stehen lassen können. Tat er aber nicht. Khan scheine zwar ein guter Typ zu sein, sagte er in einem Fernsehinterview. "Aber seine Frau hatte nichts zu sagen - wahrscheinlich durfte sie nichts sagen", unterstellte er.

Mit seinen Sätzen über die trauernde Ghazala Khan verletzte Trump einen amerikanischen Ehrenkodex. Das ungeschriebene Gesetz nämlich, dass gefallenen Soldaten und deren Familien besonderer Respekt entgegengebracht wird.

Im Video: Die bewegende Rede von Khizr Khan

mho

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Seite 1
muenchenerfreiheit 27.10.2016
1. Er tickt nicht richtig
Er hat keinen klaren Kopf. Er kennt Clinton nicht. Wenn Clinton Präsidenten ist, werden viel mehr Familien ihren Kinder verlieren. Sie ist genau so Kriegstreiber wie Bush. Ich glaube, er ist nicht in der Lage zu unterscheiden, was richtig ist und was nicht.
ackergold 27.10.2016
2.
Entschuldigung, aber wer sagt, dass Herr Khan politisch Kapital aus dem Tod seines Sohnes schlägt? Meines Wissens nach tritt Herr Khan für kein Amt an. Und woher wissen Sie, dass er finanziell Kapital daraus schlägt, oder wollen Sie tatsächlich behaupten, er wurde dafür gekauft?
wepobserver 27.10.2016
3.
""Aber seine Frau hatte nichts zu sagen - wahrscheinlich durfte sie nichts sagen", unterstellte er." Das war von Trump zwar platt formuliert, entspricht in vielen islamischen Gesellschaften und Beziehungen allerdings der Lebenswirklichkeit. Die Naivitaet und Unwissenheit im Westen gegenueber dem Islam, seinen Regeln und der Position von Frauen innerhalb dieser Ideologie sind himmelschreiend. Waehrend sich Feministinnen und Links-Gruen-Befuerworter ueber jede nicht politisch korrekte Nuance echauffieren, wird grosszuegig eine Religion toleriert und hofiert, in der Frauen- und Unglaeubigenverachtung und Unterdrueckung permanent gepredigt und gelebt wird. Ich frage mich, ob die Mehrheit der Journalisten, die sich staendig generoes wohlwollend und tolerant gegenueber dem Islam gerieren, sich jemals mit diesem Thema wirklich auseinandergesetzt haben? Ich befuerchte, zur Zeit wird unsere westliche, freie und gleichberechtigte Gesellschaft auf's Spiel gesetzt, fuer die vage Hoffnung auf eine Integrationsfaehigkeit des Islams (obwohl dies bisher nirgendwo gelang) und aufgrund einer ideologischen Ablehnung all dessen, was irgendwie "Rechts" sein koennte. Das hat teilweise schon neurotische Zuege. Wenn die links-liberalen Medien sich ihrer Haltung so sicher sind, so sollte doch auch nichts gegen einen offenen und ehrlichen Diskurs und Austausch von Argumenten stehen. Statt dessen werden unliebsame und politisch nicht gewuenschte Kommentare meistens direkt geloescht. "Der Publizist Hamed Abdel-Samad prangert die Toleranz im Umgang mit dem Islam an. Europäische Politiker seien naiv, würden Extremisten Schlupflöcher bieten. Statt Parolen fordert er harte Maßnahmen. „Wir haben ein ernsthaftes Problem.“ Zu diesem Fazit kommt der deutsch-ägyptische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad. Die Theologie der Gewalt im Islam habe wie eine „Seuche“ alle islamischen Länder befallen - und auch alle europäischen Staaten, wo Muslime leben, sagt er im Interview mit der österreichischen Zeitung „Der Standard“." https://www.welt.de/politik/deutschland/article159027515/Wir-haben-eine-Gewaltseuche-im-Herzen-des-Islam.html Und wer sich ein wenig ausfuehrlicher und durch Quellen belegt mit dem Thema Islam auseinandersetzen moechte, dem sei u.a. "Mohammeds Geschichte" von Harry Richardson an's Herz gelegt. Wer nach ca 130 faktenreichen und gut belegten Seiten immer noch an die "Relgion des Friedens" und die Kompatilitaet zwischen Islam und Multikultureller, offener Gesellschaft glaubt, dem kann man zumindest einen ausgepraegten Optimismus nicht absprechen. Ich hoffe, dass der Kommentar nicht auch gleich wieder geloescht wird. Denn ausser eine andere Meinung als die Grundposition von SPON zu haben, habe ich m.E. keiner Nettiquetten verletzt.
Wilmalein 27.10.2016
4. @ Meskiagkasher
Sehr guter Kommentar, besser kann man es nicht ausdrücken.
yhz 27.10.2016
5. Kanonenfutter
Bevor er sich für Clinton einsetzt, sollte er erstmal anfangen zu denken. Den Tod seines Sohnes verdankt er nicht unmaßlich dieser Hydra..
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