Ukraine Russischer Journalist in Kiew erschossen

Er zählte zu den bekanntesten Kriegsreportern Russlands: Der entschiedene Kremlgegner Arkadij Babtschenko ist in seiner Kiewer Wohnung erschossen worden. Hintergründe sind noch unklar.
Schriftsteller Arkadij Babtschenko

Schriftsteller Arkadij Babtschenko

Foto: Jörg Carstensen/ dpa

Anmerkung: Dieser Text basiert auf Agenturmeldungen über die Ermordung von Arkadij Babtschenko. Der für tot erklärte Kriegsjournalist ist jedoch am Leben. Er erschien am Mittwoch in Kiew auf einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Alle Entwicklungen verfolgen Sie hier.


Auf den bekannten russischen Journalisten Arkadij Babtschenko sind in seiner Kiewer Wohnung Schüsse abgegeben worden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei. Babtschenkos Frau, die sich während der Tat im Badezimmer der Wohnung aufgehalten haben soll und ihren Mann blutend auf dem Boden liegen sah, hatte den Krankenwagen gerufen.

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Babtschenko hatte Russland Anfang 2017 verlassen, weil sich Drohungen gegen ihn und seine Familie gehäuft hatten. In Kiew arbeitete er unter anderem für den krimtatarischen TV-Sender ATR. "Arkadi ist im Krankenwagen gestorben", teilte der Sender auf Facebook mit.

In der ukrainischen Hauptstadt ist es der dritte aufsehenerregende Mord an einem Journalisten in vier Jahren. 2016 tötete eine Autobombe den russischen Journalisten Pawel Scheremet, ebenfalls einen Kritiker der Moskauer Führung. 2015 wurde der ukrainische Journalist Oleg Busina ermordet. Die Fälle sind ungeklärt.

Polizisten vor der Wohnung von Babtschenko

Polizisten vor der Wohnung von Babtschenko

Foto: VALENTYN OGIRENKO/ REUTERS

Seit Mitte Mai ist in der Ukraine der Vertreter der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, Kirill Wyschinski, in Untersuchungshaft.

Babtschenko hatte in den Neunzigerjahren als junger russischer Soldat im Tschetschenien-Krieg gedient. Anschließend machte er sich als Journalist einen Namen. Unter anderem berichtete er über die Kriege in der Ostukraine, Tschetschenien und Südossetien.

bam/dpa
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