Nordkoreanischer Diktator Kim Jong Un kondoliert Südkoreas Präsident

Die Mutter von Südkoreas Präsident Moon Jae In kam im Norden der koreanischen Halbinsel zur Welt. Jetzt ist sie im Alter von 92 Jahren gestorben - und Nordkoreas Staatschef schickte einen Beileidsbrief ins Nachbarland.

Kim Jong Un (l.) und der südkoreanische Präsident Moon Jae In in der entmilitarisierten Zone zwischen ihren Ländern: "Tiefes Mitgefühl"
Korea Summit Press Pool/Pool via Reuters

Kim Jong Un (l.) und der südkoreanische Präsident Moon Jae In in der entmilitarisierten Zone zwischen ihren Ländern: "Tiefes Mitgefühl"


Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat zum Tod der Mutter des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In kondoliert. In einem Brief an Moon habe Kim sein "tiefes Mitgefühl" geäußert, teilte eine Sprecherin von Moons Büro mit. Dem Schreiben wurde in Südkorea große Aufmerksamkeit geschenkt, da die im vergangenen Jahr erreichte Annäherung der beiden Länder ins Stocken geraten ist.

Ob sich Kim über die Worte der Anteilnahme hinaus zu den innerkoreanischen Beziehungen geäußert hat, war zunächst unklar. Nordkorea hatte das Beileidsschreiben Kims den Angaben zufolge am Mittwoch am Grenzort Panmunjom übergeben.

Südkoreas Präsident Moon Jae In neben seiner Frau Kim Jung Sook nach der Totenmesse: Seine Mutter war im Norden der koreanischen Halbinsel geboren worden
Son Hyung-joo/Yonhap via AP

Südkoreas Präsident Moon Jae In neben seiner Frau Kim Jung Sook nach der Totenmesse: Seine Mutter war im Norden der koreanischen Halbinsel geboren worden

Moons Mutter Kang Han Ok starb am Dienstag im Alter von 92 Jahren. Sie war im Norden der koreanischen Halbinsel geboren worden und flüchtete während des Koreakriegs (1950-53) in den Süden.

Moon traf sich 2018 drei Mal mit Kim, darunter zwei Mal in Panmunjom sowie bei einem Gipfel in Pjöngjang. Sie hatten sich auf ein Ende aller Feindseligkeiten geeinigt. Angesichts mangelnder Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm stecken derzeit auch die innerkoreanischen Beziehungen fest.

Südkoreanisches Militär: Nordkorea feuert erneut Geschosse ab

Zudem provoziert Nordkorea kontinuierlich mit Raketentests. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs feuerte das Nachbarland am Donnerstag zwei zunächst nicht identifizierte Projektile in Richtung offenes Meer. Die Geschosse seien von der Provinz Süd-Pyongan im Westen des Landes gestartet worden und in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea mit.

Unklar war zunächst, ob es sich um einen Test ballistischer Raketen handelt. Diese sind dem kommunistischen Land durch Uno-Resolutionen untersagt. Das Land treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.

asa/dpa

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