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Werbung mit Kim Jong Un: Londoner Friseur gegen Nordkoreas Botschaft

Foto: AFP/ KCNA

Diplomatischer Eklat in London Frisuren-Streit um Nordkoreas Diktator

Die nordkoreanische Botschaft ist wenig erfreut, dass ihr Staatschef Kim Jong Un in London zur Werbe- und Witzfigur aufgestiegen ist. Sie hat sich beim britischen Außenministerium über das Plakat eines Friseurs beschwert.

London - Zuerst kamen nur zwei Männer in Anzügen, die unangenehme Fragen stellten. Der Londoner Friseur Mo Nabbach vermutete, es seien Vertreter der nordkoreanischen Botschaft. Sie forderten ihn auf, sein neues Werbeplakat abzuhängen: Darauf machte sich der Salon über den Haarschnitt des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Un lustig.

Nun hat die nordkoreanische Botschaft in London offiziell Beschwerde beim britischen Außenministerium eingereicht. Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass ein offizieller Beschwerdebrief eingegangen sei. Das Schreiben werde "rechtzeitig" beantwortet. Laut der Zeitung "Evening Standard"  drängte die diplomatische Vertretung die Briten dazu, "notwendige Schritte zu unternehmen, um diese Provokation zu beenden".

Die Werbung mit Kim Jong Un hängt inzwischen nicht mehr im Schaufenster des Salons. Unter dem Foto des umstrittenen Machthabers stand: "Bad hair day?" Ein "bad hair day", also ein Tag, an dem die Haare einfach nicht sitzen, kann schnell kippen in einen Tag, an dem alles schiefgeht. Der Friseur versprach Abhilfe mit seinem Werbeposter und amüsierte damit wohl viele Passanten.

Wenig erfreulich war allerdings der Besuch der zwei asiatisch aussehenden Männer, die gegen das Plakat protestierten. Der eine habe fotografiert, der andere Notizen gemacht, erinnerte sich Salonbesitzer Nabbach . Die Männer hätten sich nicht ausgewiesen oder sich als Vertreter der nordkoreanischen Botschaft zu erkennen gegeben.

Nabbach habe ihnen deutlich gemacht, dass er die Forderung unangemessen fand, das Poster abzuhängen. Er habe ihnen gesagt: "'Wir sind in England, nicht in Nordkorea.'"

Nicht nur die Diplomaten beider Länder beschäftigen sich jetzt mit dem Frisuren-Streit, auch die Zeitungen in London beleuchten alle Facetten des Falls. Die "Daily Mail" etwa prüft, ob Kim Jong Uns Haarschnitt ein Trend werden könnte und probiert ihn an Prominenten aus  - etwa Premier David Cameron oder Fußballer David Beckham.

kgp/AFP
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