Sondergipfel Kim Jong Un schlägt Einladung Südkoreas aus

Südkorea hoffte, mit einem Treffen die Beziehung zum kommunistischen Nachbarland zu verbessern. Nordkoreas Diktator bedankt sich, sieht für ein Treffen aber keinen "richtigen Grund".

Treffen wäre aus Sicht von Nordkorea derzeit nicht mehr als eine Formalität
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Treffen wäre aus Sicht von Nordkorea derzeit nicht mehr als eine Formalität


Im vergangenen Jahr trafen sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In im Grenzort Panmunjom, schüttelten sich öffentlichkeitswirksam die Hände. Es war ein Zeichen der Entspannung, doch die Bemühungen um eine Annäherung der Länder sind wieder ins Stocken geraten. Nun lehnte Nordkorea ein weiteres Treffen ab.

Kim Jong Un wird laut Staatsmedien nicht zu einem Sondergipfel mit der südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) anreisen. Nordkorea sei zwar dankbar für die Einladung, die Moon in einem persönlichen Brief am 5. November übermittelt habe, doch gebe es keinen "richtigen Grund" für Kim, in der nächsten Woche zu der Veranstaltung in der südkoreanischen Stadt Busan zu reisen, vermeldeten die Staatsmedien.

Der Regierung in Seoul wurde vorgeworfen, bei der Lösung innerkoreanischer Probleme von den USA abzuhängen und die Vereinbarungen Kims mit Moon bei ihren drei Gipfeltreffen nicht eingehalten zu haben.

Drohungen aus Nordkorea

Zuletzt drohte Pjöngjang mit dem Abriss einer südkoreanischen Ferienanlage auf nordkoreanischem Gebiet. Sie galt einst als Zeichen der Annäherung.

Das Südkorea-Asean-Treffen findet am 25. November aus Anlass der 30-jährigen Partnerschaft beider Seiten statt. Seoul hatte gehofft, auch die derzeit stagnierenden innerkoreanischen Beziehungen wieder anstoßen zu können, sollte Kim ebenfalls daran teilnehmen. Südkorea ist kein Asean-Mitglied, das Treffen ist als Sondergipfel zwischen dem Staatenbund und Südkorea angesetzt.

"Zu einem Zeitpunkt, da die in Panmunjom, Pjöngjang und am Paektu-Berg gemachten Versprechungen nicht umgesetzt wurden, wäre ein Treffen der Anführer Nord- und Südkoreas nicht mehr als eine Formalität", hieß es nun aus Pjöngjang.

Moon und Kim hatten sich im vergangenen Jahr zweimal im Grenzort Panmunjom und einmal im September in der nordkoreanischen Hauptstadt zu bilateralen Gipfeln getroffen. Von Pjöngjang aus machten sie auch einen Ausflug zum Paektu.

mho/dpa



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