Kim Jong Un und Wladimir Putin Gespräch war "inhaltsvoll"

Mehr als eine Stunde dauerte das Vieraugengespräch zwischen Wladimir Putin und Kim Jong Un. Im russischen Fernsehen zogen Nordkoreas Machthaber und Russlands Präsident nun eine knappe Bilanz.

Alexei Nikolsky/ Sputnik/ AP

Das erste Treffen zwischen Kim Jong Un und Wladimir Putin gilt als historisch. Details gaben Nordkoreas Machthaber und der russische Präsident jedoch nicht preis. Beide bezeichneten ihr erstes langes Vier-Augen-Gespräch in Wladiwostok als "inhaltsvoll". Dabei sei es auch um die Situation auf der koreanischen Halbinsel gegangen, die zu den größten internationalen Problemen gehöre, sagte Kim.

Putin sagte, beide Seiten hätten auch darüber gesprochen, wie die Lage verbessert werden könne. Die beiden äußerten sich nach einem mehr als einstündigen Gespräch, übertragen im russischen Fernsehen.

"Wir konnten über die Geschichte unserer Beziehungen und über das Heute sowie die Entwicklung des bilateralen Verhältnisses sprechen", sagte Putin. Vorab hatten er und Kim erklärt, auch über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm zu sprechen. Russland ist als Nachbarland Nordkoreas an einer atomaren Abrüstung dort interessiert. Moskau setzt sich dafür ein, dass für Schritte bei der atomaren Abrüstung die Sanktionen gegen Pjöngjang gelockert werden.

Handschlag in Wladiwostok: Mehr als eine Stunde dauerte das Vieraugengespräch
Sergei Ilnitsky/ AP

Handschlag in Wladiwostok: Mehr als eine Stunde dauerte das Vieraugengespräch

Im Anschluss an das Vieraugengespräch begannen die Delegationen beider Länder mehrstündige Verhandlungen. Nach russischen Angaben war aber zunächst nicht geplant, dass Vereinbarungen unterzeichnet werden. Auch eine gemeinsame Gipfelerklärung war demnach nicht vorgesehen. An den Gesprächen nahm auch der russische Außenminister Sergej Lawrow teil.

Kim: "Das ist nur der erste Schritt"

Am Mittwoch hatte Kim mit seinem gepanzerten Sonderzug die Grenze zwischen Nordkorea und Russland überquert. Stunden später war er in der Hafenstadt Wladiwostok im äußersten Osten Russlands angekommen. Er hatte angekündigt, dass dies nicht sein letzter Besuch sein solle. "Das ist nur der erste Schritt." Nach einem Empfang mit militärischen Ehren zog sich der 35-Jährige zurück. Putin war kurz vor dem Treffen mit dem Flugzeug in Wladiwostok eingetroffen.

Die Gespräche finden inmitten neuer Spannungen zwischen Nordkorea und den USA im Streit um Pjöngjangs Atomprogramm statt. Im Februar war ein Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi gescheitert.

asc/AFP/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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shardan 25.04.2019
1. Es bleibt abzuwarten
Es bleibt abzuwarten.... Um es mit einem Köfferchen-Kanzler zu sagen, wichtig ist, was unten rauskommt. Wie weit sind beide Seiten gewillt, aufeinander zuzugehen? Und nicht zuletzt: Wieviel ist es ihnen wert, auch Trump zu düpieren, der mit seinen Besuchen in NK nichts erreicht hat außer sich lächerlich zu machen? Die Zuschauer auf dem politischen parkett können nur abwarten. Russland hat ein Interesse daran, ein Hochkommen von NK als Atommacht zu verhindern. Kim könnte einige Lieferungen and grundlegenden Dingen fürs Volk recht gut gebrauchen... Es wäre schlicht genial, wenn die beiden sich einigen und Trump steht da als der gescheiterte "Große Dealmaker", der er nunmal nicht ist.
Pierre30 25.04.2019
2. Gut, dass sie miteinander reden.
Gespräche mit den Dumpfbacken in Washington nützen ja nichts.
siryanow 25.04.2019
3. Putin Kim
zu deutsch : außer Spesen nichts gewesen .......
photoshop.info 25.04.2019
4. Wenn
dem Michelinmännchen das Geld ausgeht, beginnt er Rundreisen zu machen oder Einladungen zu verschicken. Business as usual
In Kognito 25.04.2019
5. Diplomatie - und keine Erpressung
Nur so kann eine Entspannung gelingen. Wandel durch Handel und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten - DIE beiden Prinzipien, die die Welt zum Guten veränderten, bis eine Seite der Meinung war "gewonnen zu haben und was besseres zu sein". Übrigens, warum wird nicht berichtet, dass der US-Botschafter in Moskau zu einem "Besuch des Doppelkampfverbandes der Atomflugzeugträger im Mittelmeer " geflogen ist und Russland "mit 100.000 t Diplomatie" gedroht hat, wenn sie sich weiter in der Welt einmischen? Denke, der wird nicht mehr lange Botschafter in Moskau sein.
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