Nach Treffen mit Putin Kim Jong Un warnt die USA

Nordkoreas Machthaber Kim hat den USA vorgeworfen, bei dem vorzeitig abgebrochenen Gipfel in Hanoi mit "schlechter Absicht" gehandelt zu haben. Präsident Trump sprach hingegen von einem großartigen Verhältnis.

Kim Jong Un: Nordkorea wappne sich "für alle Situationen"
REUTERS/Shamil Zhumatov

Kim Jong Un: Nordkorea wappne sich "für alle Situationen"


Beim Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin hat sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auch über das geplatzte Treffen mit US-Präsident Donald Trump geäußert. Demnach hätten die USA in Hanoi vor zwei Monaten in "schlechter Absicht" gehandelt. Frieden und Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel hängen nach Darstellung Kims nun vom künftigen Verhalten der USA ab. Dies habe Nordkoreas Machthaber während des Treffens mit Putin gesagt, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Demnach warnte Kim: "Die Situation auf der koreanischen Halbinsel und in der Region stagniert und hat einen kritischen Punkt erreicht, an dem sie wieder zu ihrem Ursprungszustand zurückkehren kann." Man wappne sich "für alle möglichen Situationen".

Trump schlug dagegen versöhnliche Töne an. Der US-Präsident sagte, es laufe sehr gut in den Gesprächen mit Nordkorea. "Es gibt viele Fortschritte." Sein Verhältnis zu Kim sei großartig. Es gebe viel Interesse daran, ein Abkommen mit Nordkorea zu schließen. Er schätze die Unterstützung Russlands und Chinas bei dieser Frage.

Einladung an Putin

Während des Trump-Kim-Gipfels in Hanoi hatten beide Seiten ihre Differenzen bei den Verhandlungen zur atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht überbrücken können. Nordkorea fordert einen schrittweisen Ansatz, der mit Sanktionslockerungen seitens der USA einhergeht. Die US-Regierung erwartet hingegen eine umfangreiche Einigung zur nuklearen Abrüstung, ehe sie wirtschaftliche Zugeständnisse macht.

Am Donnerstag waren Kim und Putin zum ersten Mal zu einem Gipfel zusammengetroffen. Im Mittelpunkt standen das umstrittene nordkoreanische Atomwaffenprogramm und die bilaterale Zusammenarbeit.

Kim lud Putin laut KCNA-Bericht ein, "zu einem passenden Zeitpunkt" nach Nordkorea zu kommen. Juri Uschakow, Putins außenpolitischer Berater, sagte dazu, dass es für einen Besuch noch keinen konkreten Terminplan gebe.

Der nordkoreanische Machthaber reiste dann früher als erwartet mit seinem gepanzerten Zug aus der russischen Hafenstadt Wladiwostok ab. Der Grund, warum er das Besuchsprogramm abkürzte, war zunächst nicht klar.

asc/dpa



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