US-Demokraten Kirsten Gillibrand bricht Kampagne für das Weiße Haus ab

In den Umfragen sah es mau aus, und auch die Spenden sprudelten nicht so recht: Nun zieht Kirsten Gillibrand die Konsequenz - und sich selbst aus dem Rennen für die demokratische Kandidatur zurück.

Kirsten Gillibrand: Von nun an alles tun, um Trump loszuwerden
Scott Morgan/ REUTERS

Kirsten Gillibrand: Von nun an alles tun, um Trump loszuwerden


Die Riege der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber wird kleiner: Senatorin Kirsten Gillibrand hat das Ende ihrer Kampagne angekündigt. Es sei wichtig zu erkennen, wie man dem Land am besten dienen könne, erklärte die Senatorin aus dem Bundesstaat New York am Mittwoch (Ortszeit) in einer Videobotschaft. Sie wolle nun dabei helfen, die Demokraten zu vereinen, um Präsident Donald Trump bei der Wahl 2020 zu besiegen.

Gillibrand hatte in Umfragen zuletzt kaum Boden gutgemacht und konnte auch bei der wichtigen Kennzahl der Spendeneinnahmen nicht mit den führenden Bewerbern mithalten.

Wirklich klein ist das Feld allerdings auch nach ihrem Aus bei weitem nicht. Noch immer wollen rund 20 Demokraten gegen den Republikaner Trump in die Wahl ziehen. Derzeit gilt der frühere US-Vizepräsident Joe Biden als Favorit im Rennen um die Kandidatur, gefolgt von den linken Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders.

Im Jahr 2009 hatte Gillibrand den Senatssitz von Hillary Clinton für den Bundesstaat New York übernommen, als Clinton Außenministerin wurde. Bei den Kongresswahlen im vergangenen November verteidigte Gillibrand ihren Sitz. Sie gilt als scharfe Kritikerin des amtierenden US-Präsidenten. Ende 2017 forderte sie seinen Rücktritt, nachdem mehrere Frauen ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Trump nannte Gillibrand damals ein "Leichtgewicht", das ihn um Wahlkampfspenden "angebettelt" habe - und dafür alles tun würde.

Wer steigt als nächstes aus dem Rennen aus?

Bislang haben sechs Demokraten ihre Bewerbung zurückgezogen. Es ist aber zu erwarten, dass sich das Bewerberfeld in Kürze noch deutlich verkleinern wird. Experten rechnen damit, dass mehrere Bewerber, die sich nicht bis für die nächste große Fernsehdebatte der Demokraten im September in Texas qualifizieren können, demnächst aufgeben dürften.

Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten festlegen, beginnen erst im Februar. Trump will sich bei der Präsidentenwahl im November 2020 eine zweite Amtszeit sichern.

jok/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wittchen2000 29.08.2019
1. Casting-Show
Schade, dass die amerikanische Casting-Show so in den deutschen Äther hereinschwappt. Letztlich ist diese "Show-Politik", in der es um Personen und Persönlichkeiten geht ja genau das, was schlussendlich zu Trump geführt hat. Inhalte - also bspw. von politischen Konzepten wie man die USA weiterlenken und die bestehenden Probleme lösen will, lese ich jedenfalls keine, eher wie die Kandidaten aussehen, wie sie sich in den Game-artigen Debatten "geschlagen" haben usw. Man kann nur hoffen, dass dieser wohl von Medienkonzernen wegen der Einschaltquote geförderte Nonsense nicht auch in Deutschland fuß fasst.
Papazaca 29.08.2019
2. Das Kandidatenfeld reduziert sich bald auf drei +
Das Kandidatenfeld der über 20 Kandidaten bei den Demokraten wird sich bald auf einige wenige (Biden, Warren Sanders + vielleicht wenigen Überraschungen) reduzieren. Ganz einfach deshalb, weil die Kandidaten mit wenigen Prozenten in den Umfragen keine Spenden, sprich Geld bekommen werden. Also, bald wird es ernst und es kommt zu ernsthafteren Debatten. Die große Frage ist, ob noch ein Überraschungskandidat auftaucht. Ist eher unwahrscheinlich, aber vieles ist möglich. Ansonsten würde es bei zwei älteren Herren bleiben; dem eher Middle of the Road-John Biden, dem linken Sanders und der mich nervenden Warren, die sich mal als halbe Indianerin bezeichnete. Ok, ich übertreibe etwas. Laut Meinungsumfragen würde jeder der drei Trump schlagen. Ganz sicher dann, wenn die Wahlen während einer Rezession stattfinden. Man darf gespannt sein.
jowi.krause 29.08.2019
3. Schade eigentlich.
Wenn nur die alten "Schlacht Rösser" übrig bleiben, dann gibt es keine wirklich überzeugende Alternative zum ebenfalls alters-senilen Amtsinhaber. Biden und Sanders sind objektiv zu alt, Warren polarisiert zu sehr um Swing Voters zu gewinnen. Bleibt nur die Hoffnung, dass der gleiche Effekt Trumpeltierchen wieder aus dem Amt treibt, der ihn dorthin gebracht hat: Die Wähler die damals aus Protest nicht Clinton gewählt haben, könnten dies mal aus Protest nicht Trump wählen um.weitere nationale Schande zu vermeiden. Fraglich, ob das reicht. Ein wirklich überzeugender Kandidat - besser eine Kandidatin auch als Gegenmodell zum Sexisten Trump wäre schon viel besser.
freidenker! 29.08.2019
4. Kandidatenauswahl ...
Wie bringt man eine Masse von Wählern dazu überhaupt zur Wahl zu gehen, und dann auch noch den richtigen Kandidaten oder die richtige Kandidatin zu wählen? Das geht nur, indem man eine Person hat die nicht nur die normale Sprache der Menschen in der richtigen Tonlage spricht, sondern die auch ein Gespür für die eigentlichen Probleme und Alltagssorgen hat. Dazu muß die Person noch eine hohe Allgemeinbildung haben und vom optischen Eindruck her gut ausschauen. Darüberhinaus muß sie auch noch über eine harte Durchsetzungsfähig und ein hervorragendes Vorstellungsvermögen verfügen. Und sie muß über ein sehr gutes politisches Programm verfügen. Eigentlich benötigt man ein Art von "Supermensch", überspitzt formuliert. Wenn man sich so die Reihen der Präsidentschaftskandidaten anschaut, muß man sagen, dass keiner alle Eigenschaften auf hohen Niveau erreicht. Die Topkandidaten der Demokraten sind mir zum Beispiel einfach zu alt, trotz ihrer politischen Erfahrung. Sie strahlen kein Charisma aus. Und so geht das weiter. Zum Schluss bleibt wohl nur Durchschnitt übrig, zu wenig um Trump und seine Anhänger zu schlagen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.