Kleiner Gipfel Peres besucht Arafat


Friedensnobelpreisträger Schimon Peres
Dominik Baur

Friedensnobelpreisträger Schimon Peres

Gaza - Der ehemalige israelische Ministerpräsident Schimon Peres und der palästinensische Präsident Jassir Arafat sind am Samstagabend zu Gesprächen über eine Friedenslösung im Nahen Osten zusammengekommen. Peres begab sich für das Treffen - das hochrangigste beider Seiten seit Monaten - nach Gaza in ein Büro der Palästinensischen Autonomiebehörde. Peres und Arafat hatten 1994 für ihre Friedensbemühungen gemeinsam den Nobelpreis erhalten.

Bei den Verhandlungen geht es darum, möglichst noch vor dem Abtritt von US-Präsident Bill Clinton am 20. Januar ein Rahmenabkommen zu erreichen. Peres hatte sich zuvor pessimistisch über die Chancen für ein baldiges Friedensabkommen mit den Palästinensern geäußert. "Bis jetzt hat es keine richtige Bewegung gegeben", sagte er vor Journalisten. "Es fällt schwer zu glauben, dass die Differenzen in so kurzer Zeit überbrückt werden können." Das israelische Radio berichtete, Peres wolle während des Treffens einen Weg suchen, die Gewalt in den Autonomiegebieten zu stoppen. Außerdem sollten bislang erzielte Fortschritte in den Verhandlungen nicht verloren gehen.

Peres und Arafat kamen zunächst mit dem palästinensischen Unterhändler Jassir Abed Rabbo und dem israelischen Außenminister Schlomo Ben Ami zusammen. Aus Verhandlungskreisen verlautete, beide wollten sich später zu einem privaten Gespräch zurückziehen. Radioberichten zufolge waren für Sonntag Verhandlungen über eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Sicherheit geplant.



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