Klimakonferenz in Kopenhagen Obama bei entscheidender Gipfelphase dabei

Der US-Präsident hat seine Reisepläne für die Uno-Klimakonferenz geändert: Statt zu den Auftaktgesprächen kommt Barack Obama nun gegen Ende des Gipfels, wenn die Verhandlungen über ein Abkommen konkret werden. Seine Anwesenheit könnte ausschlaggebend für einen Erfolg sein.

US-Präsident Barack Obama: Seine Anwesenheit in Kopenhagen könnte entscheidend sein
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US-Präsident Barack Obama: Seine Anwesenheit in Kopenhagen könnte entscheidend sein


Washington - Bislang wollte Barack Obama dem Kopenhagener Klimagipfel lediglich eine Stippvisite abstatten. Seine neuen Pläne wecken bei Beobachtern Hoffnung: Am Freitagabend wurde bekannt, dass der US-Präsident nun doch erst in der entscheidenden Endphase des Uno-Treffens am 18. Dezember anreist. Dann sei seine Anwesenheit hilfreicher, hieß es zur Begründung.

Zugleich äußerte sich das Weiße Haus optimistisch, dass es bei der am Montag beginnenden Konferenz in Kopenhagen zu einem Durchbruch kommen könnte. Es seien Fortschritte erkennbar in Richtung eines Abkommens, "das alle Themen, die derzeit verhandelt werden, umfasst". China und Indien hätten erstmals konkrete Ziele zur Reduzierung ihrer Treibhausgase genannt. Außerdem gebe es Anzeichen für einen Konsens, rund zehn Milliarden Dollar jährlich aufzubringen, um den Entwicklungsländern bei der der Reduzierung der Klimakiller zu helfen. Allerdings warnte Obama, es gebe nach wie vor ungeklärte Fragen, die noch verhandelt werden müssten.

Für den späteren Besuch hat der Präsident andere Termine verschoben. Nach ursprünglicher Planung wollte Obama am Mittwoch auf seinem Weg zur Friedensnobelpreisverleihung in Oslo einen kurzen Stopp in der dänischen Hauptstadt einlegen.

Gerade die letzten Tage gelten als wichtig für die Verhandlungen über ein globales Abkommen zum Klimaschutz. Zu dieser Zeit haben sich auch die meisten Staatschefs angekündigt: Wie aus dänischen Regierungskreisen verlautete, werden "so gut wie alle" EU-Länder an den letzten beiden Verhandlungstagen durch ihre höchsten politischen Repräsentanten vertreten. Aus Afrika kommen 20 Staats- und Regierungschefs, aus Süd- und Nordamerika 15.

Obamas Anwesenheit bei den entscheidenden Gesprächen gilt vielen als unverzichtbar, will man in Kopenhagen zu einem Ergebnis kommen. Entsprechend begrüßte der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen am späten Freitagabend Präsident Obamas Planänderung.

Klima-Konsequenzen für Deutschland

Der Leiter des UN-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner, hat noch einmal vor einem Scheitern des Kopenhagen-Gipfels gewarnt. Dann drohten auch dramatische wirtschaftliche Konsequenzen, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Es hängen Hunderte von Milliarden Euro, verteilt über die Weltwirtschaft, in einer Warteschleife, weil mit Sorge beobachtet wird, ob die Welt den Sprung in ein CO2-armes Abkommen schafft."

Sollten die Staatsvertreter hingegen einen Kompromiss finden, so kämen auf Deutschland neue Klimaschutzmaßnahmen zu. Das kündigte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Freitag an und sagte Streit voraus, weil trotz aller wirtschaftlichen Chancen des Klimaschutzes auch Verluste zu befürchten seien. Deshalb sucht Röttgen nach eigener Aussage den Schulterschluss mit Unternehmen, die vom Klimaschutz profitieren. Der CDU-Politiker leitet in der zweiten Woche zunächst für Deutschland die Verhandlungen, bevor Kanzlerin Angela Merkel (CDU) anreist.

can/Reuters/AP/dpa

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yubi 28.10.2009
1. Was bringt der Klimagipfel?
Er bringt viel inhaltsloses Geschwätz, vollmundige (und windelweiche) Absichtserklärungen, Forderungen an "die Anderen", endlich auch etwas zu tun (bevor man selber was tut), .... Gut, daß die mal wieder drüber gesprochen haben ..... Ausser Spesen wieder nichts gewesen, und .... dann bis zum nächsten mal.
Maschinchen, 28.10.2009
2.
Bleiben seitens der EU finanzielle Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern weiterhin aus, wird es schwer, diese mit ins Boot zu holen. Meiner Ansicht nach ist es ohnehin utopisch, das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen. Klimaschützer werden sich zunehmend mit dem ungeliebten Wort adaptation anfreunden müssen.
Edgar, 28.10.2009
3.
Wird wohl auf die übliche Verzögerunstaktik hinaus laufen, Aussitzen, bis die Klimahysterie vorbei ist, bis da hin Valium verteilen. Gut so! Wird nämlich trotzdem noch viel zu viel Geld sinnlos verbrannt. Deutschland wird wohl leider wieder als letzter Staat merken, dass die Party vorbei ist, und brav 'Vorbild' spielen.
Internetnutzer 28.10.2009
4. Atomkraft
Alle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
Maschinchen, 28.10.2009
5.
Zitat von InternetnutzerAlle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
Nun, was schlagen Sie vor? Anreise im Schlauchboot, Übernachtung auf dem Campingplatz?
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