Klimaschützer in London Festgeklebt fürs Klima

In London haben sich Umweltaktivisten an einen Zug und an den Gartenzaun von Oppositionsführer Jeremy Corbyn geklebt, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Fast 400 Demonstranten wurden festgenommen.

ISABEL INFANTES/ AFP


Die britische Polizei hat seit Montag fast 400 Umweltaktivisten in London festgenommen. Sie waren einem Aufruf der Bewegung "Extinction Rebellion" (Rebellion gegen die Auslöschung) gefolgt und hatten unter anderem mit Sitzblockaden auf Straßen und Brücken für mehr Klimaschutz demonstriert.

Drei Personen klebten sich mit einer speziellen Substanz von außen an einen Zug. Sie sollen noch am Donnerstag vor Gericht erscheinen. Weitere Demonstranten klebten sich am Gartenzaun des Grundstücks von Oppositionsführer Jeremy Corbyn zusammen und überbrachten Blumen. Der Politiker der Labour Partei weigerte sich, mit ihnen zu sprechen.

"Bislang sind es etwa 390 Festnahmen", sagte eine Sprecherin von Scotland Yard der Nachrichtenagentur dpa. Der öffentliche Nahverkehr war von der Aktion kaum betroffen. Dennoch kritisierte Londons Bürgermeister Sadiq Khan die Aktion. "Denkt nochmal drüber nach!", sagte er. Öffentlicher Nahverkehr sei schließlich eine der Maßnahmen gegen den Klimawandel.

ISABEL INFANTES/ AFP

Die internationale Bewegung will gewaltfrei die Risiken des Klimawandels minimieren und den ökologischen Kollaps verhindern. Seit vergangenem Jahr haben sie Brücken blockiert und Eimer mit falschem Blut in der Downing Street ausgekippt. Auch in Berlin hatten Umweltschützer zu Wochenbeginn demonstriert. In London wollen die Aktivisten nach eigenen Angaben noch mindestens bis Freitag ihren Protest fortsetzen. Sie setzen auf friedliche Aktionen, die von der Öffentlichkeit unterstützt werden.

Nach einer YouGov-Umfrage ist ihnen das aber in der britischen Hauptstadt nicht gelungen: Nur 36 Prozent von 3561 befragten Briten heißen die Proteste gut, 52 Prozent lehnen sie mehr oder weniger ab.

Umweltminister Michael Gove sagte zum Protest: "Wir haben die Botschaft verstanden, wir haben verstanden, dass wir handeln müssen."

mfh/dpa



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