Solidarität mit Kobane Demonstranten dringen in Parlament in Den Haag ein

Solidarität mit den kurdischen Kämpfern in der belagerten Grenzstadt Kobane: Mehrere hundert Demonstranten sind bei einer unangemeldeten Kundgebung in Hamburg vors Rathaus gezogen. In Den Haag drangen Hunderte Demonstranten ins Parlament ein.


Hamburg/Den Haag - Zwischen 150 und 200 Menschen haben am Montagabend bei einer unangemeldeten Demonstration vor dem Rathaus in Hamburg auf die Auseinandersetzungen in der umkämpften kurdischen Stadt Kobane aufmerksam gemacht. Die Demonstranten waren am Montagabend einem spontanen Aufruf auf Twitter gefolgt: "IS in Kobane eingedrungen - jetzt Demo am Steindamm".

Dem Protestzug vom Hauptbahnhof zum Rathausplatz folgten etwa 200 Menschen, darunter viele Mitglieder der kurdischen Gemeinde in Hamburg, sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Laut Polizei verlief die Demonstration zunächst ohne Zwischenfälle.

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Die Demonstranten schwenkten Fahnen und skandierten Parolen, berichtete der freie Journalist, Tobias Johanning, SPIEGEL ONLINE. Sie appellierten an den Westen und seine Unterstützung. Auf einem Plakat waren zwei Kinder zu sehen: Eines mit schwarzen, eines mit blonden Haaren. Darunter die Losung: "Gemeinsam sind wir stark".

Die Polizei rückte mit rund 30 Streifenwagen und einer Hundestaffel aus. Bereits am Wochenende hatte es einen Demonstrationszug in der Stadt gegeben.

Zeitgleich protestierten auch in Den Haag Hunderte Menschen. Sie drangen in das niederländische Parlament ein und hielten Plakate hoch: "Brecht das Schweigen. Helft Kobane." Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Kammer des Parlamentes, Anouchka van Miltenburg, verließen die Demonstranten am frühen Morgen das Gebäude wieder.

In Bonn stürmten kurdische Demonstranten am Montagabend das Gebäude des deutschen Auslandssenders "Deutsche Welle". Die rund 60 Aktivisten übergaben den Verantwortlichen eine Resolution, in der sie Solidarität mit den Kurden in Kobane forderten.

Kämpfer des "Islamischen Staats" hatten sich zuletzt immer näher der syrischen Grenzstadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) genähert. Zunächst war unklar, ob die Terrormiliz nach mehreren Tagen Belagerung in die strategisch bedeutsame Stadt eingedrungen war.

daf/vet/AP/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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hubie 06.10.2014
1. Verständlich
Ein Drama was dort geschieht, und die Welt schaut zu. Zögner und Hadern wird sich noch bitter rächen befürchte ich. Die Kosten werden natürlich deutlich höher ausfallen, als wenn man dem Ganzen früher Einhalt veruschen würde zu gebieten - wobei ich nicht abschätzen kann wieviel das kosten würde...
erbsen62 06.10.2014
2. interessant
Sehr interessant wie pkk sympathisanten (terroristen) zu friedliebenden freiheitskämpfern aufgestiegen sind. Vergessen sind die unzähligen terroranschläge in öffentlichen bussen der türkei. Die kurden sind ein sehr pragmatisches volk. Europa sollte sich das merken denn die wissen ganz genau wen sie wie ausnutzen können. Warum hat deutschland nicht die anderen moderaten bevölkerungsgruppen im irak oder in syrien unterstützt? Warum gerade die kurden? DEn kurden empfehle ich nach syrien zu reisen und gegen die isis zu kämpfen. Maulheldentum bringt nichts gegen kopfabschneider terroristen!
bazingabazinga 07.10.2014
3. Was erwarten die Kurden?
Die Kurden auf der türkischen Seite werden beschützt. Die Kurden aus Syrien bekommen Zuflucht in der Türkei, ihnen wird dort geholfen - insgesamt mehr als 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei! Seit Erdogan haben die Kurden in der Türkei mehr Rechte als je zuvor. Früher durften sie weder kurdische Musik spielen, kurdisch sprechen oder sich kurdisch kleiden. Kurzum, in der Türkei sind Kurden sicher. Die kurdischen PKK-Terroristen wollen nun, dass die Türkei ins Nachbarland Syrien eingreift. Ein Land, mit dem die Türkei wegen Assad im Streit ist. Soll die Türkei unter der Führung der USA zu kämpfen, die auch nach Ansicht der Türkei durch Einmischung für sehr viel Leid und Ungerechtigkeit im mittleren Osten mitverantwortlich sind? Hunderttausende tote Zivilisten im Irakkrieg. Viele der Hinterbliebenen Iraker und viele der bürgerkriegsgeschädigten Syrer haben nun Sympathien für die IS-Terroristen - weil die gegen "die westlichen Imperialisten" kämpfen. Wenn die Türkei die Entscheidung trifft Bodentruppen ins Nachbarland Syrien zu schicken, dann ist die Türkei im Krieg! Warum zeigen alle auf die Türkei? IS ist in Syrien und im Irak! Wo ist Assad? Wo die irakische Armee? Warum wird ausgerechnet Erdogan geprügelt? Erstaunlich auch wie die PKK-Terroristen nun u.a. in Deutschland und den USA verharmlost werden. In Istanbul demonstrieren in diesem Moment Kurden zusammen mit linken Gruppen gewaltsam FÜR ein Eingreifen der Türkei in Syrien! Die türkischen Kurden haben letzte Woche im Parlament zusammen mit der linken CHP ein Eingreifen der Türkei ABGELEHNT! Die AKP mit der MHP waren es, die ein Eingreifen per Gesetz ermöglichten. Die AKP wird nun sehr genau überlegen, ob sie die Türkei gegen die IS-Terroristen verteidigen (unter Inkaufnahme von PKK-Terror im eigenen Land) oder in den Krieg ziehen (unter Inkaufnahme von IS-Terror im eigenen Land). Wie wäre es, wenn diejenigen, die da demonstrieren und mit Gegenständen auf Polizisten werfen und eine militärische Ausbildung haben selber gegen die IS-Terroristen in Syrien kämpfen? Ein weiteres Problem. Die Deutschen liefern Waffen, die auch in die Hände der PKK gelangen werden. Die PKK-Terroristen werden sich - egal wie die Türkei reagiert - benachteiligt fühlen und die Waffen gegen die Türkei erheben. Gestern hat sich eine Kurdin gegen den IS in die Luft gejagt. Die westliche Presse jubelte - Heldin, Opfertod gegen die Islamisten. Man versuchte alles sie nicht als PKK-Kämpferin darzustellen. Die Türken (AKP-Wähler u.a.) werden von westlichen Medien auch als Islamisten ("islamistische AKP") bezeichnet. Die PKK wird in Deutschen Medien mittlerweile verharmlost. Für die Türken sind sie weiterhin eine große Gefahr.
ulrich.macdonald 07.10.2014
4. Dank den halbherzigen Zauderern
Es ist schon widerwärtig wie den Schlächtern des ISIS (besser Devils' State, DS) durch vorteilsheischende Taktiererei und inkompetente Entschlusslosigkeit in geradezu ermutigender Art und Weise der Boden für weitere Massenmorde und weitere Eroberungsfdzüge bereitet wird. Alles schreit nach den sonst so verschmähten USA. Aber wo bleiben denn die Deutschen? Wie immer in gewohnter Manier die grandiosen Heraushalter oder die Türkei? Lieber abwarten, bis alle Kurden eliminiert oder geflohen sind? Was ist mit Europa? Von konzertierter Aktion nichts zu sehen. Ach ja, ich vergaß, einige Länder leisten ja humanitäre Hilfe oder schicken mit Verspätung ihre, nur nicht zu wirksamen, veralteten Waffen, um die Lager zu räumen. Ihr Zauderer und Träumer werdet erst merken, dass es 5 nach 12 ist, wenn es in euren eigenen Ländern los geht.
dargndorp 07.10.2014
5.
Na und? In Deutschland herrscht Versammlungsfreiheit. Dies gilt uneingeschränkt, eine Anmeldung ist lediglich eine Höflichkeit gegenüber der Staatsmacht.
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