IS-Offensive in Syrien Beobachter dementieren Giftgasangriff in Kobane

Menschenrechtler bestreiten, dass die Dschihadisten Chemiewaffen in Kobane eingesetzt haben. Dies hatten zuvor Augenzeugen aus der umkämpften Stadt berichtet.
Rauch über Kobane: Ein Bewohner soll allergisch reagiert haben

Rauch über Kobane: Ein Bewohner soll allergisch reagiert haben

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Kobane - Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat in der syrischen Stadt Kobane offenbar doch kein Giftgas eingesetzt. "Ein Allergiepatient litt unter dem durch die Bombardierungen verursachten Rauch", sagte Rami Abd al-Rahman, Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der Patient sei in der Nacht stationär mit Sauerstoff behandelt worden und habe das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Augenzeugen aus der Stadt im Norden Syriens hatten in der Nacht berichtet, zahlreiche Einwohner würden an Atemnot leiden und Symptome eines Giftgasanschlags zeigen. Tatsächlich handelte es sich jedoch offenbar um eine Einzelperson.

Die IS-Dschihadisten versuchen seit Wochen, den Ort an der syrisch-türkischen Grenze zu erobern. Zuletzt wurden sie von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die am Boden kämpfen, sowie der US-geführten Koalition, die aus der Luft angreift, zurückgedrängt.

In der Nacht hatten IS-Kämpfer erneut versucht, weiter in Kobane vorzudringen. Es habe mehrere heftige Explosionen gegeben, meldeten Augenzeugen. Bei Kämpfen im Osten der Stadt seien mindestens 30 Dschihadisten und elf YPG-Kämpfer getötet worden. Die IS-Milizionäre würden wie in den Tagen zuvor weitere Verstärkung aus dem Umland zusammenziehen.

syd/dpa
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