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Schlacht um Kobane: Häuserkampf und Luftangriffe

Foto: Lefteris Pitarakis/ AP/dpa

Kampf um Kobane IS holt Verstärkung

Die Miliz des "Islamischen Staats" zieht für die Schlacht um Kobane offenbar Kämpfer aus anderen Regionen heran. Laut kurdischen Aktivisten lösten zwei verhinderte Selbstmordanschläge neue Kämpfe aus.

Berlin/Kobane - Nach den US-Waffenlieferungen für die Kurden in Kobane haben sich die Angreifer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) offenbar mit Kämpfern aus anderen Regionen verstärkt. In der seit Wochen belagerten nordsyrischen Grenzstadt lieferten sie sich am Dienstag neue Gefechte mit den kurdischen Verteidigern. Nach Angaben des syrischen Beobachtungszentrums für Menschenrechte kamen die neuen Einheiten der radikalen Islamisten aus den vom IS kontrollierten syrischen Städten Rakka und Dscharabalus.

Zwei verhinderte Selbstmordanschläge der Dschihadisten am Montagabend hätten die neuen Kämpfe ausgelöst, hieß es in einer von der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar veröffentlichten Mitteilung der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG). Die Anschläge im Norden der Stadt sollten offenbar dazu dienen, Kobane von der Türkei abzukoppeln. Der Kampf um die Stadt hat für die Extremisten hohen symbolischen Charakter: Gelingt es ihnen, sie einzunehmen, würden sie so auch einen Teil der Grenze zur Türkei kontrollieren.

Die Lage vor Ort ist höchst unübersichtlich. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die der syrischen Opposition nahesteht, sind daher von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar.

Die YPG versucht seit Wochen verzweifelt, Kobane zu verteidigen, Zivilisten halten sich kaum noch dort auf. Die Kurden könnten von einem Kurswechsel der Türkei profitieren, die nun doch ihre Grenze für Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak öffnen will, damit diese die Kurden bei der Verteidigung Kobanes unterstützen.

USA wollen Gespräche mit der Türkei fortsetzen

Die USA begrüßten am Montag die Entscheidung der türkischen Regierung, den Grenzübergang für irakische Kurdenkämpfer zu öffnen. Die Gespräche mit Ankara über eine weitergehende Unterstützung der internationalen Militärkoalition würden fortgeführt, sagte US-Außenamtssprecherin Marie Harf in Washington. Trotz der Einreisegenehmigung kamen offenbar bisher keine kurdischen Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak in Kobane an.

Im Irak selbst griffen die Dschihadisten am Montag die von Kurden kontrollierte Stadt Kara Tapah an. Zehn Menschen wurden nach Angaben der Behörden getötet, die Hälfte der 9000 Einwohner zählenden Stadtbevölkerung floh. "Wir haben Angst, dass der IS uns einkesselt und diese Stadt in ein zweites Amerli verwandelt", sagte der Bewohner Haidar. Er bezog sich damit auf eine irakische Stadt, die Anfang September von den Dschihadisten erobert worden war.

Die IS-Miliz hatte in den vergangenen Monaten weite Teile im Irak und in Syrien erobert. Für die von ihr kontrollierten Gebiete riefen die Kämpfer ein "Kalifat" aus. US-Außenminister John Kerry spricht am Dienstag in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier über die Lage. Bereits vor dem Treffen kündigte Steinmeier an, die Hilfe für Flüchtlinge im Irak um 20 Millionen Euro aufzustocken. Das Geld soll vor allem eingesetzt werden, um Lager winterfest zu machen und Flüchtlinge mit Winterkleidung auszustatten.

Überblick: Topografie von Kobane

Überblick: Topografie von Kobane

Foto: DER SPIEGEL
flo/dpa/AFP
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