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14. Oktober 2014, 14:38 Uhr

Kampf gegen den IS

Kurden melden Erfolge in Kobane

Die kurdischen Kämpfer in Kobane halten dem Ansturm des "Islamischen Staats" weiter stand. Nach eigenen Angaben ist es den Verteidigern jetzt gelungen, einen Hügel im Westen der Stadt zurückzuerobern.

Kobane - Die kurdischen Verteidiger von Kobane drängen die Dschihadisten des "Islamischen Staats" (IS) nach eigenen Angaben zurück. Vertreter der Volksverteidigungseinheiten (YPG), die gegen die Islamisten kämpfen, melden, dass sie die Angreifer im Westen aus der Stadt vertrieben hätten.

Es sei den Kurden gelungen, den strategisch wichtigen Hügel Tell Schair zurückzuerobern, der etwa vier Kilometer westlich von Kobane an der türkischen Grenze liegt. Die IS-Milizionäre hatten die Anhöhe vor zehn Tagen eingenommen.

Vor den Erfolgen der kurdischen Einheiten hatte die US-geführte Koalition erneut mehrere Luftangriffe gegen die Dschihadisten geflogen. Die Bombardierungen haben den Vormarsch des IS in den vergangenen Tagen verlangsamt. Von der östlichen Seite sind die Islamisten bis an den Rand des Stadtzentrums vorgedrungen, aus dem Westen der Stadt melden nun die Kurden Erfolge.

Türkische Armee bombardiert Kurden

Weiterhin warten die YPG in Kobane vergeblich auf Nachschub an Waffen und Kämpfern. Die kurdischen Peschmerga im Irak schickten den Eingeschlossenen zwar eine Lieferung, diese hat die Stadt aber bislang nicht erreicht, da der IS den Ort von drei Seiten eingeschlossen hat. Im Norden weigert sich die Türkei, die Grenze zu öffnen.

Stattdessen hat die türkische Armee offenbar Stellungen der eng mit der YPG verbundenen PKK bombardiert. Bei den Angriffen im Südosten der Türkei seien den kurdischen Rebellen, die von Ankara und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft werden, schwere Verluste zugefügt worden, meldete die türkische Tageszeitung "Hürriyet". Die PKK bestätigte die Angriffe und verurteilte die Luftschläge als Bruch der vereinbarten Feuerpause.

Die PKK hatte im März 2013 eine Waffenruhe ausgerufen, zudem wurden Friedensverhandlungen mit der Regierung in Ankara gestartet. Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte unlängst mit einem Abbruch des Friedensprozesses gedroht, sollte Kobane direkt an der türkischen Grenze vom IS erobert werden. Er gab der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan bis Mittwoch Zeit, um auf die Kurden zuzugehen.

syd/dpa/AP

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