Kampf gegen den IS Kurden melden Erfolge in Kobane

Die kurdischen Kämpfer in Kobane halten dem Ansturm des "Islamischen Staats" weiter stand. Nach eigenen Angaben ist es den Verteidigern jetzt gelungen, einen Hügel im Westen der Stadt zurückzuerobern.

Luftangriff auf Kobane: Kurdische Kämpfer halten dem IS stand
DPA

Luftangriff auf Kobane: Kurdische Kämpfer halten dem IS stand


Kobane - Die kurdischen Verteidiger von Kobane drängen die Dschihadisten des "Islamischen Staats" (IS) nach eigenen Angaben zurück. Vertreter der Volksverteidigungseinheiten (YPG), die gegen die Islamisten kämpfen, melden, dass sie die Angreifer im Westen aus der Stadt vertrieben hätten.

Es sei den Kurden gelungen, den strategisch wichtigen Hügel Tell Schair zurückzuerobern, der etwa vier Kilometer westlich von Kobane an der türkischen Grenze liegt. Die IS-Milizionäre hatten die Anhöhe vor zehn Tagen eingenommen.

Vor den Erfolgen der kurdischen Einheiten hatte die US-geführte Koalition erneut mehrere Luftangriffe gegen die Dschihadisten geflogen. Die Bombardierungen haben den Vormarsch des IS in den vergangenen Tagen verlangsamt. Von der östlichen Seite sind die Islamisten bis an den Rand des Stadtzentrums vorgedrungen, aus dem Westen der Stadt melden nun die Kurden Erfolge.

Türkische Armee bombardiert Kurden

Weiterhin warten die YPG in Kobane vergeblich auf Nachschub an Waffen und Kämpfern. Die kurdischen Peschmerga im Irak schickten den Eingeschlossenen zwar eine Lieferung, diese hat die Stadt aber bislang nicht erreicht, da der IS den Ort von drei Seiten eingeschlossen hat. Im Norden weigert sich die Türkei, die Grenze zu öffnen.

Stattdessen hat die türkische Armee offenbar Stellungen der eng mit der YPG verbundenen PKK bombardiert. Bei den Angriffen im Südosten der Türkei seien den kurdischen Rebellen, die von Ankara und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft werden, schwere Verluste zugefügt worden, meldete die türkische Tageszeitung "Hürriyet". Die PKK bestätigte die Angriffe und verurteilte die Luftschläge als Bruch der vereinbarten Feuerpause.

Die PKK hatte im März 2013 eine Waffenruhe ausgerufen, zudem wurden Friedensverhandlungen mit der Regierung in Ankara gestartet. Der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan hatte unlängst mit einem Abbruch des Friedensprozesses gedroht, sollte Kobane direkt an der türkischen Grenze vom IS erobert werden. Er gab der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan bis Mittwoch Zeit, um auf die Kurden zuzugehen.

Überblick: Topografie von Kobane
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Überblick: Topografie von Kobane

syd/dpa/AP

insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
kimba_2014 14.10.2014
1.
Langsam blickt da keiner mehr durch, alle paar Strunden widersprüchliche Meldungen. Mal hat IS schon die Hälfte der Stadt, mal werden sie von Kurden zurückgedrängt. Diese Meldungen bringen also wenig.
Der_Junge_Fritz 14.10.2014
2. Hochachtung
Es ist mir ein Rätsel wie die Kurden ohne Nachschub bisher die Stadt verteidigen konnten. Ich verneige mich vor diesen tapferen Kämpfern.
Ich_sag_mal 14.10.2014
3. Nach Kobane
werden sich die Kurden an das Verhalten der Türkei erinnern. Ich bewundere deren Durchaltvermögen. Der Rest der Welt pennt.
auweia 14.10.2014
4. Es ist natürlich nicht komisch, aber...
Mir kommt das bald vor wie bei Asterix und Obelix im antiken nahen Osten (Die Odyssee). Auf der Suche nach Steinöl werden die beiden "von Sumerern mit Pfeilen beschossen, die sie für Akkadier, ihre Feinde, halten, kurz darauf von den Akkadiern, die sie für Hethiter halten, danach von den Hethitern, die sie für Assyrer halten, dann von den Assyrern, die sie für Meder halten und letztlich treffen sie auf Meder, die sich einfach nur in der Wüste verirrt haben." (Zitat : aus Wikipedia -> die Odyssee)
tomrobert 14.10.2014
5. Wenn die IS sich durchsetzt , dann
fallen die angrenzenden Staaten wie Dominosteine ,auch die Türkei. Das könnte sich bis Nordafrika hin ziehen. Europa hätte es dann auch mit den eigenen Waffen und Waffenfabriken zu tun , die sie diesen Staaten, insbesondere der Türkei, Saudi Arabien etc. geliefert und errichtet haben. In diesen Ländern ist nur die Oberschicht westlich orientiert. Wie schnell das Kartenhaus zusammen brechen kann, lehrte uns der Iran. Es wäre deshalb angebracht keine Waffen in diese Länder zu verkaufen!!
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