Offensiven in Irak und Syrien US-Militär fliegt zehn Luftschläge gegen "Islamischen Staat"

Fünf Angriffe in Syrien und weitere fünf im Irak: Die US-Luftwaffe hat ihre Luftschläge gegen die IS-Terrormiliz fortgesetzt. In der Schlacht um die Stadt Kobane melden auch die kurdischen Kämpfer einen Erfolg.

US-Kampfflugzeuge im Einsatz (Archivbild): Luftangriffe auf IS-Miliz
REUTERS /US Navy

US-Kampfflugzeuge im Einsatz (Archivbild): Luftangriffe auf IS-Miliz


Kobane - Mit zehn Luftschlägen hat das amerikanische Militär den Kampf gegen die Miliz " Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak fortgesetzt. Im Irak hätten seit Freitag fünf Attacken ein Fahrzeug des IS am Mossul-Staudamm zerstört und weitere vier Fahrzeuge und Gebäude getroffen, die von den militanten Dschihadisten genutzt wurden. Das sagte das Zentralkommando der US-Einsätze der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag.

Die Angriffe nahe der syrischen Stadt Kobane (Arabisch: Ain al-Arab) galten demnach neun Kampfstellungen und Gebäude der IS-Miliz. In der umkämpften Stadt bezogen kurdische Peschmerga-Einheiten ihre Stellungen. Rund 150 Kämpfer aus dem Nordirak sollen den Kurden vor Ort helfen, die belagerte Stadt gegen den IS zu verteidigen. Im Schutz der Dunkelheit hatte die Verstärkung am Freitagabend die türkisch-syrische Grenze mit schweren Waffen überquert.

Die heftigen Kämpfe zwischen den kurdischen Volksschutzeinheiten und den Terroristen gingen in der Nacht zum Samstag weiter. Das meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die zwar in London sitzt, jedoch für ihre Informationen auf ein großes Netzwerk in den Kampfgebieten zurückgreift. Der IS belagert Kobane von drei Seiten, die Terrormiliz beherrscht das Umland und rund 60 Prozent der Stadt.

Solidaritätskundgebungen in Deutschland

Auch im Nordirak haben die Peschmerga eine neue Offensive begonnen. Dort soll die Stadt Sindschar aus der Gewalt der IS-Kämpfer befreit werden. Die Kämpfer griffen die Extremisten aus mehreren Richtungen mit schweren Waffen an, sagte ein Vertreter der kurdischen Kräfte am Samstag. Die IS-Extremisten hatten die nordirakische Sindschar-Region im August überrannt und die kurdischen Peschmerga vertrieben. Tausende Menschen waren aus Angst vor Gewaltakten des IS geflohen, unter ihnen vor allem Mitglieder der jesidischen Minderheit.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle kamen im vergangenen Monat im syrischen Bürgerkrieg fast 5800 Menschen ums Leben, darunter mehr als tausend Zivilisten. 251 der Getöteten seien Kinder.

Deutschland prüft derzeit die Beteiligung an einer militärischen Ausbildungsmission im Irak. Kurden, die in der Bundesrepublik leben, sind auch an diesem Samstag wieder aus Solidarität auf die Straßen gegangen: Etwa 400 Menschen demonstrierten etwa laut Polizeiangaben in der Innenstadt von Hannover.

Auch in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main oder Köln waren Protestkundgebungen gegen die IS-Terrormiliz angemeldet worden. Schon seit Anfang Oktober machen Kurden bundesweit mit Demonstrationen auf die Lage in Kobane aufmerksam.

DER SPIEGEL

vek/dpa/Reuters

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diehoffnungstirbtzuletzt 01.11.2014
1. Was kostet der Feldzug ? Geht das nicht billiger?
Ich gehe jede Wette ein. Wenn man auch nur einen Bruchteil der Kosten der Amerikaner und der Europäer für ihre Luftangriffe, Waffenlieferungen und Hilfe für die Flüchtlinge im Iraq und Syrien in den letzten 10 Jahren für die Entwicklung dieser Länder ausgegeben hätte, dann gäbe es heute keine IS. Ähnliches ist sicher ebenfalls richtig für Afghanistan, Palästina,Teile von Afrika, Ebola usw. Irgendwer hat kein Interesse das wir in Frieden leben, aber hinterher die Bilder mit den hungernden Kindern, da kommen wir uns toll vor.
andreasbrinck 01.11.2014
2. Blue-Steel und Fliegerhelden...
Auch wenn es gegen den 'unmenschlichen IS' geht: muss Krieg so verherrlicht werden, wie Ihr es mit dem sog. Archivbild zu diesem Artikel tut, liebe Spiegel-Redaktion?
diehoffnungstirbtzuletzt 01.11.2014
3. Was kostet der Feldzug ? Geht das nicht billiger?
Ich gehe jede Wette ein. Wenn man auch nur einen Bruchteil der Kosten der Amerikaner und der Europäer für ihre Luftangriffe, Waffenlieferungen und Hilfe für die Flüchtlinge im Iraq und Syrien in den letzten 10 Jahren für die Entwicklung dieser Länder ausgegeben hätte, dann gäbe es heute keine IS. Ähnliches ist sicher ebenfalls richtig für Afghanistan, Palästina,Teile von Afrika, Ebola usw. Irgendwer hat kein Interesse das wir in Frieden leben, aber hinterher die Bilder mit den hungernden Kindern, da kommen wir uns toll vor.
TWOSTONE 01.11.2014
4. Strategisch wichtig?
Da ist diese Stadt Kobane, in der bald kein Stein mehr auf dem anderen liegt. Da werden die Kämpfer hin transportiert, und viele tot abtransportiert. Da war diese Stadt Kobane, die dem Militarismus zum Opfer gefallen ist, wie so viele zuvor.
iconoclasm 01.11.2014
5.
Zitat von diehoffnungstirbtzuletztIch gehe jede Wette ein. Wenn man auch nur einen Bruchteil der Kosten der Amerikaner und der Europäer für ihre Luftangriffe, Waffenlieferungen und Hilfe für die Flüchtlinge im Iraq und Syrien in den letzten 10 Jahren für die Entwicklung dieser Länder ausgegeben hätte, dann gäbe es heute keine IS. Ähnliches ist sicher ebenfalls richtig für Afghanistan, Palästina,Teile von Afrika, Ebola usw. Irgendwer hat kein Interesse das wir in Frieden leben, aber hinterher die Bilder mit den hungernden Kindern, da kommen wir uns toll vor.
Sie leben in einer Traumwelt. Man hat in diesen Ländern Millionen, wenn nicht Milliarden versenkt. Die Menschen dort wollen einfach wie in der Steinzeit leben.
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