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Kurdenproteste in Norddeutschland Verletzte bei Krawallen in Hamburg und Celle

Friedlich protestierten am Dienstag Hunderte Kurden in Norddeutschland für eine internationale Intervention in Kobane. Doch in Hamburg und Celle eskalierte am Abend die Lage.

Hamburg/Celle - Mehrere Menschen sind in Norddeutschland bei Kobane-Demonstrationen verletzt worden. In Hamburg hatten sich am Dienstagabend nach einer Demonstration gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" etwa 400 Kurden in der Nähe einer Moschee versammelt. Dort stellten sich ihnen etwa 400 "radikale Muslime" gegenüber, mutmaßlich Salafisten, so ein Sprecher der Polizei.

Zwischen einigen Mitgliedern der beiden Gruppen habe es "gewalttätige körperliche Auseinandersetzungen" gegeben. Der Lagedienst der Hamburger Polizei bestätigte, dass es mehrere Verletzte gab. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Nach Berichten des Onlinemagazins "Hamburg Mittendrin" auf Twitter hatten sich die ersten Konflikte zwischen den verfeindeten Parteien am Hamburger Hauptbahnhof entladen. Bei "heftigen Zusammenstößen" zwischen Kurden und Polizisten seien Flaschen und Steine geflogen, sagte Reporterin Isabella David.

Zudem habe es bewaffnete Zwischenfälle zwischen mehreren Gruppen gegeben - unter anderem sollen dabei Messer und Schlagringe im Einsatz gewesen sein. "Bittere Szenen, Verletzte, immer wieder kleine Gruppen mit Stöcken, Polizei versucht zu trennen", berichtete die Grünen-Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft, Antje Möller, auf Twitter.

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Kurden gegen Salafisten: Straßenschlacht vor der Nur-Moschee

Foto: Markus Scholz/ dpa

Außerdem bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Lüneburg Medienberichte von Konfrontationen in der niedersächsischen Stadt Celle mit mehreren Verletzten. Die "Cellesche Zeitung"  berichtete auf ihrer Internetseite von erneuten schweren Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Jesiden, tschetschenischen Muslimen und der Polizei. Bereits am Montagabend hatte es eine Massenschlägerei im Ortsteil Neuenhäusen gegeben.

Nach Informationen von "NDR.de"  standen sich die verfeindeten Gruppen bereits am Dienstagnachmittag gegenüber. Am Abend hätten "höchst aggressive Gruppen" von 250 Jesiden und "100 Muslimen" dann versucht, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen, berichtete der NDR unter Berufung auf Polizeisprecher Guido Koch. Die Polizisten seien von beiden Gruppen mit Steinen, Flaschen und anderen Gegenständen attackiert worden.

Demonstrant in Ankara: Kurden protestierten gegen die Syrienpolitik der Türkei

Demonstrant in Ankara: Kurden protestierten gegen die Syrienpolitik der Türkei

Foto: ADEM ALTAN/ AFP

Bei Protesten von Kurden in der Türkei kamen mindestens 14 Menschen ums Leben.

daf/vet/dpa