Gewaltausbruch in Kolumbien Ewiger Terror

Die Gewalt in Kolumbien ist zurück. Im abgelegenen Nordwesten des Landes verübte die Farc-Guerilla einst in einer Kirche ein Massaker. Jetzt wird wieder gemordet.

Philipp Lichterbeck/ Adveniat

Aus Bojayá und Quibdó berichtet


Der Weg nach Bellavista ist schwer zu finden. Träge schwappt das braune Wasser des Atrato an den schmalen Strand, der mitten in einem Schilfgürtel als Anlegestelle dient. Rauchwolken ziehen von der Kirche herüber, die verlassen am Ende eines Pfads steht.

Am 2. Mai 2002 lieferte sich die linke Farc-Guerilla hier mit verfeindeten Paramilitärs heftige Gefechte. Etwa 300 Dorfbewohner hatten in der Kirche Schutz gesucht - und gerieten mitten in die Schusslinie. Ein Sprengsatz durchdrang das Dach des Gotteshauses und landete direkt im Altar. Mindestens 79 Menschen starben durch die Explosion, darunter Dutzende Minderjährige.

"Ich war mit meinen sechs Kindern in der Kirche, als die Bombe detonierte", erinnert sich die Krankenschwester Rosa de las Nieves. "Ich schloss die Augen, gefühlt minutenlang. Als ich sie wieder öffnete, sah ich meine weinenden Kinder. Sie bluteten aus etlichen Wunden, um mich herum lagen überall abgerissene Körperteile." Gemeinsam mit dem Pfarrer versuchte De las Nieves, Schwerverletzte in ein kleines Spital zu bringen - doch sowohl Farc als auch Paramilitärs hätten ihnen den Weg versperrt. Nur über Umwege sei es gelungen, zu einem Arzt vorzudringen.

Rosa de las Nieves verlor einen Neffen und einen Cousin bei dem Massaker. Ihre Kinder überlebten. Bellavista im Bezirk Bojayá wurde zum Symbol für die Ungerechtigkeit und Sinnlosigkeit eines bewaffneten Kampfes, der vor allem zivile Opfer fordert und mehr mit Macht- und Profitgier als mit Ideologie zu tun hatte.

Für die kleine Gemeinde Bellavista war die Explosion eine Zäsur. Seit 2007 lebt niemand mehr am Fluss, ein neues Dorf wurde zwei Kilometer weiter aufgebaut. 72 Tote konnten identifiziert werden, erst jetzt hat die Gerichtsmedizin die Leichen freigegeben.

Collage mit Namen der Opfer des kolumbianischen Bürgerkriegs
Philipp Lichterbeck/ Adveniat

Collage mit Namen der Opfer des kolumbianischen Bürgerkriegs

Die Farc entschuldigte sich für die Bombardierung, nach Abschluss des Friedensvertrags mit der kolumbianischen Regierung zog sie sich 2016 aus dem Gebiet Bojayá zurück.

Doch die Guerilla hinterließ ein Machtvakuum, das schnell gefüllt wurde: Die marxistische "Nationale Befreiungsarmee" ELN und der mächtige Golf-Clan ließen sich in der Region nieder und bedienten sich der üblichen Mafia-Instrumente, um Kontrolle über das Terrain zu erlangen: Schutzgelderpressung, Verbannung und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung, Zwangsrekrutierung von Minderjährigen - und Mord.

Wer seine Bürgerrechte einfordert, lebt gefährlich

"Erst vor wenigen Tagen wurde ein Mann per Kopfschuss getötet, wir haben ihn gestern begraben", berichten die Dorfbewohner. ELN und Paramilitärs kämpften demnach am 13. Oktober in dem Dorf Carrillo gegeneinander. Eine der Parteien soll das Gefecht genutzt haben, den Bauern, der gegen eine Landnahme opponiert hatte, hinzurichten.

Die Suche nach dem Täter dauert an, doch es ist unwahrscheinlich, dass er je vor Gericht landet. Der Nichtregierungsorganisation "Somos Defensores" zufolge wurden mehr als 90 Prozent der Morde an Menschenrechtlern zwischen Juli 2017 und Januar 2019 nicht aufgeklärt - trotz anderslautender Erfolgsmeldungen der Generalstaatsanwaltschaft. Die wertet demnach schon Ermittlungen als Aufklärung, nicht aber eine rechtskräftige Verurteilung.

Kolumbien: Morde an Menschenrechtlern meist ungesühnt

Datum Ausgewählte Morde an Menschenrechtlern Offiziell aufgeklärt in Prozent Verurteilungen in Prozent
Juli 2017 87 45 51,7% 5 5,7%
Februar 2018 253 99 39,1% 10 4,0%
August 2018 183 90 49,2% 18 9,8%
Oktober 2018 213 113 53,1% 20 9,4%
Januar 2019 250 137 54,8% 22 8,8%

Wer sich organisiert und seine Bürgerrechte einfordert, lebt gefährlich: Im Departement Chocó wurden 2017 und 2018 mindestens zwölf führende afrokolumbianische und indigene Menschenrechtler ermordet. Landesweit gibt es laut Uno allein im laufenden Jahr 109 Todesopfer.

Die EU stuft die ELN als Terrororganisation ein. Der berüchtigte Golf-Clan ging aus rechten paramilitärischen Gruppen hervor und ist geschätzt für etwa die Hälfte des Kokain-Exports aus Kolumbien ins Ausland verantwortlich. Das Verbrechersyndikat soll mit dem mexikanischen Sinaloa-Kartell zusammenarbeiten.

Chocó liegt an den bekannten Schmuggelrouten, es grenzt an Panama, den Pazifik sowie den Atlantik und hat deswegen große geostrategische Bedeutung für die Kartelle. Ganz zu schweigen von den Goldvorkommen in der Region. Deren illegale Ausbeutung hat dazu geführt, dass der Fluss Atrato inzwischen quecksilberverseucht ist.

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Mitte Oktober schlug die staatliche Ombudsstelle für Bürger- und Menschenrechte Alarm: Die 2250 Afrokolumbianer und Indigenen in Bojayá würden von kriminellen Strukturen in die Zange genommen. Mindestens 16 Bewohner und Gemeindevertreter seien bedroht worden, weil sie sich gegen die Präsenz von ELN und Golfkartell ausgesprochen hätten. Zudem hätten "bewaffnete Strukturen" Personenminen installiert, um Kommunikationswege zu zerstören.

"Die ELN hat Handyempfangsorte vermint, es gibt kein Internet mehr in den Schulen", berichtet der Indigenen-Aktivist José Luís Dogirama Sanapi. "Die Kindersterblichkeit ist gestiegen, weil wir uns wegen alter und neuer Minen nicht mehr trauen, unser Land zu verlassen, um Medikamente und Lebensmittel zu kaufen." Selbst Schulen seien inzwischen von Guerilla-Kämpfern besetzt und würden als Unterkunft genutzt. Die Angst unter den Ureinwohnern sei groß, Suizide nähmen zu. Dem kolumbianischen Hochkommissariat für Frieden zufolge hat sich Zahl der Minenopfer zwischen 2017 und 2018 mehr als verdoppelt.

Indigenen-Aktivist Sanapi (l.) und Mitstreiter
Annette Langer/ DER SPIEGEL

Indigenen-Aktivist Sanapi (l.) und Mitstreiter

"Für uns hat sich mit dem Friedensabkommen gar nichts geändert", so Sanapis bitteres Resümee. "Die Akteure sind neu, aber der Krieg geht weiter." Die Situation für Indigene und Afrokolumbianer sei extrem gefährlich und zusehends unübersichtlich: Einige Ex-Farc-Mitglieder hätten sich den Paramilitärs angeschlossen, ELN-Deserteure würden für das Militär arbeiten. "Wir können niemandem vertrauen, weder der Polizei noch der Armee, weil sie unterwandert sind."

Chocó ist eine der ärmsten Regionen des Landes, die Bevölkerung besonders verwundbar. "Die größten Probleme sind die soziale Ungleichheit, der mangelnde Zugang der Armen zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit", sagt der katholische Bischof von Quibdó, Juan Carlos Barreto Barreto.

Wer Geld braucht, baut Kokain an oder arbeitet als Söldner. "Nach dem Abzug der Farc hat allein die ELN mehr als hundert junge Leute rekrutiert", berichtet der Bischof. Zudem seien etwa 11.000 Afrokolumbianer und Indigene aus ihren Gemeinden im Chocó vertrieben worden.

Der katholische Pfarrer Ulrich Kollwitz aus dem Bistum Quibdó unterstützt seit Jahrzehnten Gewaltopfer in der Region. Er arbeitet für die größte diözesane Menschenrechtskommission Kolumbiens "Leben, Gerechtigkeit und Frieden".

Ulrich Kollwitz, Priester in der Diözese Quibdó
Philipp Lichterbeck/ Adveniat

Ulrich Kollwitz, Priester in der Diözese Quibdó

"Unsere Arbeit ist wie die der Feuerwehr, allerdings geben die bewaffneten Akteure den Ablauf vor", berichtet er. "Wenn einer Gemeinde die Massenflucht droht, fahren wir sofort los, berufen eine Versammlung ein und entscheiden gemeinsam, was zu tun ist." Manchmal helfe es, Drohungen und Delikte zur Anzeige zu bringen, um Vertreibungen zu verhindern. "Öffentlichkeit und ziviler Widerstand sind wichtig und bringen Respekt - auch bei den bewaffneten Gruppen."

Dennoch ist die Nervosität in Kolumbien groß, seit ein Teil der ehemaligen Farc-Kämpfer das Friedensabkommen einseitig aufgekündigt hat. Als kürzlich im südlich von Chocó gelegenen Departement Cauca in nur einer Woche sieben indigene Bürgerrechtler ermordet wurden, schickte der rechtskonservative Präsident Iván Duque 2500 zusätzliche Soldaten in die Region - laut Regierungskritikern eher ein Zeichen der Ratlosigkeit.

"Duque kennt gegen die humanitäre Krise nur zwei Mittel", sagt Bischof Barreto. "Er entsendet zusätzliche Sicherheitskräfte in Problemregionen und lässt Koka-Plantagen aus der Luft mit Glyphosat zerstören." Mit welchen legalen Alternativen die Regierung den Drogenanbau auf geschätzt 200.000 Hektar Fläche ersetzen wolle, sei allerdings völlig unklar.

"Die konventionelle Landwirtschaft wird nicht subventioniert", sagt Pfarrer Kollwitz. Es lohne sich für die armen Bauern nicht, Mais oder Kaffee anzubauen. Die Drogenhändler böten auch einen unschlagbaren Vorteil: "Sie holen die Kokainpaste direkt an der Haustür ab, der Produzent muss noch nicht einmal den Transport bezahlen." Indigene berichten zudem, mexikanische Drogenhändler hätten Bauern unter Todesdrohungen dazu gezwungen, Kokain anzubauen.

Niemand schützt die Menschen vor dieser Art der Gewaltherrschaft. "Der Staat ist abwesend, der Friedensprozess seit Amtsantritt von Präsident Duque stark geschwächt", sagt Bischof Barreto. Die im Friedensabkommen mit der Farc festgeschriebenen Institutionen wie die Wahrheitskommission oder die Sondergerichtsbarkeit würden von der Regierung diskreditiert und unterfinanziert.

Angesichts der vielerorts unklaren Besitzverhältnisse mahnen Experten dringend eine Landreform an, die Kleinbauern in ihren Rechten stärken könnte. Doch Duques rechtskonservative Partei "Centro democrático" hat traditionell gute Verbindungen zu Großgrundbesitzern und offenbar wenig Interesse an Veränderungen.

Duques Umfragewerte sind im Keller, fast drei Viertel der Bevölkerung lehnen ihn ab. Als vergangene Woche etwa 250.000 Menschen gegen Gewalt und soziale Ungerechtigkeit auf die Straße gingen, wurde ein 18-Jähriger von Ordnungskräften getötet. Die Empörung war riesig, weitere Massenproteste sind geplant. Die Regierung fürchtet offenbar, Kolumbien könne nach Rebellionen in mehreren Ländern Südamerikas der nächste Konfliktherd werden. Der Präsident lenkte ein und zeigte sich bereit zu einem landesweiten Dialog - wie der konkret aussehen soll, ist unklar.

Es erstaunt, wie viele Menschen im Chocó trotz realer Gefahr für Leib und Leben der Gewalt den Kampf angesagt haben - unter ihnen viele Frauen: "Wir gehen für ein besseres Chocó auf die Straße, für ein besseres Land", sagt eine Aktivistin, die in Quibdó mit Hunderten weiteren protestierte.

Matts Olsson

Vor allem in den Städten formiert sich eine liberale Zivilgesellschaft, die der Gewalt die Stirn bieten will. In Medellín trat mit "Estamos listas" eine Frauenpartei zur Kommunalwahl Ende Oktober an - und brachte es auf immerhin einen Sitz im Stadtrat. In Bogotá wurde die Grünenpolitikerin Claudia López, die der Korruption den Kampf angesagt hat und offen lesbisch lebt, zur Bürgermeisterin gewählt.

"Je mehr Frauen politische Ämter ausüben, desto mehr Frieden werden wir haben", sagt die 76-jährige Bernardina Vasquez. Sie wurde Zeugin des Massakers in Bellavista - doch sie hegt keine Rachegefühle. "Auch ehemalige Farc-Rebellinnen haben jedes Recht, sich zur Wahl stellen. Ich hoffe, dass sie ihr Amt mit Herz und Gewissen ausüben."

Sabine Kurtenbach vom GIGA-Institut für Lateinamerika ist verhalten optimistisch: "Der Friedensvertrag mit der Farc ist einer der umfassendsten und inklusivsten, die ich kenne", sagt sie. "Die Entwaffnung und Demobilisierung hat überwiegend gut geklappt."

Zwar gebe es Ex-Guerilla, die sich abgrenzten, zuletzt auch sehr medienwirksam. "Aber die kolumbianische Gesellschaft hat sich nicht kirre machen lassen und zum Zusammenhalt aufgerufen." In Teilen hätten die abtrünnigen Farc-Mitglieder auch recht: "Viele Punkte des Friedensplans wurden von der Regierung bisher nicht erfüllt."

Kurtenbach glaubt nicht an einen Rückfall in den Krieg. Sie sieht gleichwohl die Gefahr einer neuen, diffusen Form von Gewalt mit vielen verschiedenen Akteuren. "In einer solchen Situation muss der Staat präsent sein. Der kolumbianischen Regierung fehlt es nicht an Militär, sondern an politischem Willen."

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Recherchereise des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, das zahlreiche Projekte in Kolumbien und anderen Ländern der Region unterstützt.



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Beat Adler 02.12.2019
1. Danke fuer den guten Artikel! Muss auch mal gesagt sein;-)
Danke fuer den guten Artikel! Muss auch mal gesagt sein;-) 10 Familien beherrschen in Kolumbien die Wirtschaft. Jede hat ihre eigenen bewaffneten Sicherheitskraefte, Bodyguards, etc. Das muss auch in den Mixer der abscheulichen Gewaltorgien mit eingefuellt werden. Trotzdem bleibt der Coffee arabica aus den Bergen Kolumbiens der Beste! Zu Kokain bleint anzumerken, dass solange die Schoenen und die Reichen in den USA und der EU es taeglich in die Nase ziehen, unglaubliche Summen Geld bei den Narcos in Kolumbien und Mexiko die Konti fuellen. mfG Beat
georg schwarz 02.12.2019
2. Weiterfragen
In jedem Krieg, auch in diesem quasi-Bürgerkrieg muß die Zivilgesellschaft leiden und Opfer bringen. Die Nato bzw. ihre Mitgliedsarmeen bezeichnen das übrigens in ihren Aktionen als hinnehmbare Kolateralschäden. In diesem Artikel stört, daß man linke Rebellen und rechte Paramilitärs in eine Topf wirft. Nach dem Friedensabkommen 2016 sind hunderte Menschenrechtsaktivisten und -aktivistinnen und indigene Führer und Führerinnen und vor allem ehemalige FARC-Kämpfer und -kämpferinnen umgebracht wurden. Von der ELN? oder der restlichen FARC? oder von den rechten Paramilitärs? Wer hat Interesse an den Morden? Wer steht hinter den Paramiltärs? Warum hat der Staat so wenig Interesse an der Aufklärung der Morde? Weil die linken Rebellengruppen dahinterstehen? Bestimmt nicht. Die anscheinend staatlich geduldete Gewalt der rechten Paramilitärs wird irgendwie gleichgesetzt mit den den zugegeben gewaltsamen Aktionen der linken Rebellen. Wer hat versucht, mit dem Friedensabkommen von 2016 diese Gewaltspirale zu durchbrechen? Doch wohl die FARC! Also reicht es nicht, einfach links und rechts gleichzusetzen wie so oft. Die Schuld muß schon weiter gesucht und weitergefragt werden. Auch die Paramiltärs müssen verboten und entwaffnet werden. Aber daran hat wohl der Staat kein Interesse.
cheeterno 02.12.2019
3. Auch Schau mal,
der Siegel bzw. SPON kann auch gut. Sehr informativer Beitrag. Es brodelt weiter in Lateinamerika. Katholische Priester unter Lebensgefahr dort, wo sozialer Unfrieden Gewalt gebiert. Es ist nicht alles schlecht in der Kirche- Romero, Leonardo Boff, Emil Stehle ( der MitGründer von Adveniat RIP )- grosse Kirchenmänner, die wie Romero und noch früher Camilo Tores ihr Leben für ihren Kampf um Gerechtigkeit liessen.
darthmax 02.12.2019
4. Ausbildung
wenn Menschen nichts anderes gerlernt haben als Waffengewalt, von der man in vielen Ländern leider gut leben kann, ist Integration ( ausser ins Militär ) nicht möglich, denn als Arbeitslose sind die ex Guerillas nicht zufrieden. Nun braucht man aber das Militär nicht mehr in gleicher Stärke. Die Ideologie ist natürlich schon längst über Bord geworfen worden, es gibt wohl keine die Erpressung, Mord und Drogenhandel als Basis hat.
Beat Adler 02.12.2019
5. Kolumbianischer Staat hat kein Interesse Paramilitaers zu entwaffnen?
Zitat von georg schwarzIn jedem Krieg, auch in diesem quasi-Bürgerkrieg muß die Zivilgesellschaft leiden und Opfer bringen. Die Nato bzw. ihre Mitgliedsarmeen bezeichnen das übrigens in ihren Aktionen als hinnehmbare Kolateralschäden. In diesem Artikel stört, daß man linke Rebellen und rechte Paramilitärs in eine Topf wirft. Nach dem Friedensabkommen 2016 sind hunderte Menschenrechtsaktivisten und -aktivistinnen und indigene Führer und Führerinnen und vor allem ehemalige FARC-Kämpfer und -kämpferinnen umgebracht wurden. Von der ELN? oder der restlichen FARC? oder von den rechten Paramilitärs? Wer hat Interesse an den Morden? Wer steht hinter den Paramiltärs? Warum hat der Staat so wenig Interesse an der Aufklärung der Morde? Weil die linken Rebellengruppen dahinterstehen? Bestimmt nicht. Die anscheinend staatlich geduldete Gewalt der rechten Paramilitärs wird irgendwie gleichgesetzt mit den den zugegeben gewaltsamen Aktionen der linken Rebellen. Wer hat versucht, mit dem Friedensabkommen von 2016 diese Gewaltspirale zu durchbrechen? Doch wohl die FARC! Also reicht es nicht, einfach links und rechts gleichzusetzen wie so oft. Die Schuld muß schon weiter gesucht und weitergefragt werden. Auch die Paramiltärs müssen verboten und entwaffnet werden. Aber daran hat wohl der Staat kein Interesse.
Kolumbianischer Staat hat kein Interesse Paramilitaers zu entwaffnen? Wie soll das auch gehen, wo der Staat weitgehend sein Gewaltmonopol einbuesste? In Kolumbien gibt es Ultra-Reiche, die sich an den Exporten von Erdoel, Gold, Smaragde und anderen Bodenschaetzen, sowie Kaffee, Schnittblumen, Kakao und anderen landwirtschaftliche Guetern laben. Sie lassen sich auch vom Staat nicht die Butter vom Brot nehmen! Zum Fruehstueck die kolumbianische Tageszeitung El Espectador lesen, sorgt fuer Stroeme von Blut, die beim Oeffnen der Zeitung auf den Schoss fliessen. Der Tag ist gleich getettet. :-( https://www.elespectador.com/ mfG Beat
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