Kolumbien Diplomat hält Betancourt-Befreiung für inszeniert

Die spektakuläre Befreiung von Ingrid Betancourt aus der Gewalt ihrer Entführer hält ein französischer Diplomat für eine Inszenierung. Er vermutet, dass Lösegeld geflossen ist. Das wurde bisher von allen Beteiligten dementiert.

Paris - "Diese Operation ist als ein echter Hollywood-Film dargestellt worden. Wer die Farc kennt, weiß, dass es undenkbar ist, dass es sich so ereignet hat", sagte der ehemalige französische Konsul in Bogotá, Noël Saez, der Tageszeitung "Le Figaro". Er sei überzeugt, dass bei der Aktion im vergangenen Sommer Lösegeld geflossen sei. "Die Aufseher von Ingrid Betancourt sind gekauft worden. Sie hätten ihre Geiseln sonst nie befreit", sagte Saez, der Sonderbeauftragter der französischen Regierung für die Farc war. .

Nach offiziellen Angaben der kolumbianischen Regierung sind die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Betancourt und 14 weitere Geiseln durch ein Täuschungsmanöver freigekommen.

Soldaten in zwei Hubschraubern sollen sich als Rebellen ausgegeben haben. Dem FARC-Kommandanten "César", der für die Bewachung der Geiseln zuständig war, erklärten die Soldaten, sie sollten die Geiseln im Auftrag des neuen Farc-Chefs Alfonso Cano in ein anderes Lager fliegen. "César" sei auf die Täuschung hereingefallen und habe die Geiseln übergeben.

Saez vermutet hingegen, dass "César" mit den Behörden zusammengearbeitet haben könnte. Dessen Frau sei vor der Aktion festgenommen worden. Von diesem Augenblick an sei César beeinflussbar gewesen, sagte Saez. César, dem auch die Rebellenführung Verrat vorwirft, war im Zuge der Befreiungsaktion festgenommen worden. Berichte über die Zahlung eines Lösegeldes hatten alle Beteiligten stets zurückgewiesen.

sac/dpa
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