Kolumbien Farc-Geisel kommt nach mehr als zwölf Jahren frei

Die kolumbianische Farc-Guerilla hat eine ihrer am längsten festgehaltenen Geiseln freigelassen. Die Rebellen übergaben den vor zwölf Jahren entführten Unteroffizier Pablo Emilio Moncayo an einem geheim gehaltenen Ort im Süden des Landes einer humanitären Abordnung.

Ex-Geisel Moncayo: Zwölf Jahre in der Gewalt der Farc
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Ex-Geisel Moncayo: Zwölf Jahre in der Gewalt der Farc


Bogotá - Nach mehr als zwölf Jahren in der Gewalt der kolumbianischen Farc-Rebellen ist der Unteroffizier Pablo Emilio Moncayo am Dienstag frei gelassen worden. Er wurde einer humanitären Mission an einem geheim gehaltenen Ort im von Urwäldern bedeckten Süden des Landes übergeben. Moncayo, der bei seiner Entführung erst 19 Jahre alt war, machte trotz der langen Geiselhaft einen äußerlich gesunden Eindruck. Überglücklich wurde er auf dem Flugplatz der Stadt Florencia etwa 500 Kilometer südlich von der Hauptstadt Bogotá von seinen Familienangehörigen in die Arme geschlossen.

Am Sonntag hatte die marxistische Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (Farc) bereits den vor knapp einem Jahr entführten Soldaten Josué Calvo dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben. Weitere Freilassungen ohne Gegenleistung des Staates werde es vorerst aber nicht mehr geben, sagte die oppositionelle Senatorin Piedad Córdoba. Sie hatte die beiden Freilassungen durch ihre Vermittlungen ermöglicht.

Die Farc wollen die nun noch 21 von ihnen festgehaltenen Polizisten und Militärs gegen etwa 500 inhaftierte Rebellen eintauschen. Dieses Vorhaben scheitert aber seit Jahren an Vorbedingungen der Rebellen und des konservativen Präsidenten Alvaro Uribe, die die jeweilige Gegenseite nicht akzeptieren will.

Moncayos Fall war nicht nur wegen der ungewöhnlich langen Geiselhaft weltweit bekannt geworden. Auch sein Vater Gustavo erregte als "Wanderer für den Frieden" internationales Aufsehen. Er legte in den vergangenen Jahren Tausende Kilometer zu Fuß zurück, um für die Freilassung seines Sohnes zu demonstrieren, stritt sich öffentlich mit Uribe und wurde vom Papst sowie Politikern in Europa empfangen. Er warf Uribe auch wiederholt vor, nur auf Gewalt gesetzt und einen Austausch der Geiseln gegen inhaftierte Rebellen immer wieder torpediert zu haben.

luk/dpa



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p.rabig 03.12.2009
1. rndspread?
ich vermute das variiert. es wird wohl von den zielen einzelner abhängig sein, je nach zelle und deren dachorganisation in den jeweiligen afrikanischen, asiatischen und europäischen ländern
altsprech 03.12.2009
2.
Zitat von sysopAl-Qaida sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen die Ungläubigen. In den Opferzahlen spiegelt sich das nicht wider. Eine Studie zeigt: Zwischen 2004 und 2008 tötete die Organisation zwar 371 Nicht-Muslime, gleichzeitig fielen ihr aber mindestens 2639 Muslime zum Opfer. Wen hat die Terrorgruppe wirklich im Visier?
Al-Qaida ist nicht viel mehr als eine erstaunlich schlecht getarnte Brigade des saudischen Geheimdiensts. Wenn die USA den "Krieg gegen den Terror" gewinnen wollen, müssen sie nur ihre Special Forces nach Saudi-Arabien schicken, statt nach Afghanistan und die Wahhabiten – die Wurzel des Ganzen – von der Macht entheben.
THM, 03.12.2009
3.
Zitat von sysopAl-Qaida sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen die Ungläubigen. In den Opferzahlen spiegelt sich das nicht wider. Eine Studie zeigt: Zwischen 2004 und 2008 tötete die Organisation zwar 371 Nicht-Muslime, gleichzeitig fielen ihr aber mindestens 2639 Muslime zum Opfer. Wen hat die Terrorgruppe wirklich im Visier?
Wer oder was ist Al-Quida in Wirklichkeit? Unter dem Label werden m.E. verschiedene autonom operierende Gruppen subsummiert. Abgesehen davon ist doch bekannt, dass das Hilfspersonal der "Nicht-Muslime" überwiegend aus Einheimischen besteht. Nicht nur im Krieg, auch vor Botschaften, Hotels etc. In Europa und USA zu agieren ist wesentlich komplizierter. Mit gemeinsamem Glauben hat es sowieso nichts zu tun, sonst hätte es unter den Glaubensbrüdern nicht schon so viele blutige Konflikte gegeben.
sysop 03.12.2009
4. Der Artikel...
...zum Thema... http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,660420,00.html
gukki 03.12.2009
5. Kampf gegen die Ungläubigen
Zitat von sysopAl-Qaida sieht sich als Speerspitze im Kampf gegen die Ungläubigen. In den Opferzahlen spiegelt sich das nicht wider. Eine Studie zeigt: Zwischen 2004 und 2008 tötete die Organisation zwar 371 Nicht-Muslime, gleichzeitig fielen ihr aber mindestens 2639 Muslime zum Opfer. Wen hat die Terrorgruppe wirklich im Visier?
Al-Qaida ist das Synomym für Widerstandskämpfer (oder Terrorist, je nach Standpunkt) gegen die USA und deren Verbündete. Nach ihrem "Riesenerfolg" mit 9/11 dürfte es heute kaum noch echte Al-Qaida Mitglieder geben. Außer in der Propaganda. Nur zur Erinnerung: Bush sprach von einem Kreuzzug, bis seine Berater das korrigierten in "Kampf gegen den Terror". Glauben Sie, das ist ein Unterschied für Amerika?
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