Kolumbien Farc-Rebellen räumen Entführung von General ein

Die Farc-Guerilla hat sich erstmals zu der Entführung des kolumbianischen Generals Rubén Alzate bekannt. Die Friedensverhandlungen stocken, die Staatsführung verlangt Zugeständnisse von den Rebellen.

General Rubén Alzate: Entführt von Farc-Rebellen
AFP

General Rubén Alzate: Entführt von Farc-Rebellen


Bogota - Die linksgerichtete Farc-Guerilla hat eingestanden, den General Rubén Alzate in Kolumbien entführt zu haben. Alzate sei am Fluss Atrato abgefangen worden, teilten die Rebellen am Dienstag mit. Zugleich boten sie der Regierung Gespräche über die Freilassung des Militärs an.

Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos hatte wegen der Verschleppung des Befehlshabers der Streitkräfte in dem westkolumbianischen Department Chocó die Friedensverhandlungen mit den Rebellen in Havanna ausgesetzt.

Die Regierung müsse sich nun mit der Farc-Führungsriege in Verbindung setzen, sagte ein Farc-Sprecher in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Die Guerillaorganisation sei bereit, eine Lösung für das eingetretene Problem zu finden. Staatschef Santos hatte zuvor die Freilassung des Generals zur Bedingung für die Fortsetzung der Gespräche gemacht.

Der Offizier hatte sich am Sonntag in einem Boot in Zivilkleidung und unbewaffnet in die Ortschaft Las Mercedes begeben. Dort wurde er nach Zeugenausgaben mit seinen zwei Begleitern - einem Unteroffizier und einer Rechtsanwältin - von Rebellen gefangen genommen. Ein Soldat, der das Boot führte, konnte fliehen.

Die kolumbianische Regierung verhandelt seit zwei Jahren in Havanna mit der Guerilla über das Ende des 50-jährigen Konfliktes, in dem bislang mehr als 220.000 Menschen getötet und Millionen Bürger vertrieben wurden. Für die Zeit der Friedensgespräche wurde kein Waffenstillstand vereinbart.

Kolumbiens Staatsführung verlangte am Dienstag ein eindeutiges Friedensbekenntnis der Aufständischen. "Sie müssen ihren Friedenswillen mit Taten und nicht nur mit Worten unter Beweis stellen", sagte Präsident Santos in einer Fernsehansprache.

amz/dpa



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