Kolumbien Farc-Rebellen lassen erste Kindersoldaten frei

Kolumbiens Revolutionäre senden ein wichtiges Signal im fragilen Friedensprozess mit der Regierung: Die Farc-Rebellen lassen die ersten Minderjährigen in ihren Reihen frei.
Jugendlich unter den Kämpfern der Rebellenorganisation Farc

Jugendlich unter den Kämpfern der Rebellenorganisation Farc

Foto: Rodrigo Abd/ AP

Nach einem halben Jahrhundert haben Farc-Rebellen und Kolumbiens Regierung kürzlich Frieden geschlossen - nun zeigen sich erste Erfolge daraus. Im Zuge des historischen Friedensabkommens lassen die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) erste Kindersoldaten aus ihren Lagern frei. Eine Gruppe von 13 Minderjährigen wurde am Samstag einer Mission des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben, teilte die Organisation mit.

Damit startet die Rebellenorganisation die versprochene Freigabe der Kinder und Jugendlichen in ihren Reihen. Alle unter 15-Jährigen sollen aus den Truppen der etwa 7000 Farc-Kämpfer entlassen werden.

Bei den freigelassenen Minderjährigen handelt sich um die erste Gruppe, die im Rahmen des Friedensabkommens die Farc verlässt. Nach Angaben der Farc gibt es insgesamt 21 Minderjährige in ihrer Organisation. Die Regierung schätzt dagegen, dass bis zu 170 Kinder und Jugendliche der Guerilla angehören. Anfang Februar hatte die Farc angekündigt, keine Jugendlichen unter 18 Jahren mehr in ihren Reihen zu behalten. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens hatten ursprünglich stets bestritten, Kindersoldaten zu rekrutieren.

Bevölkerung stimmt noch über Friedensvertrag ab

Der nach fast vierjährigen Verhandlungen am 24. August geschlossene Friedensvertrag zwischen der Regierung in Bogotá unter Präsident Juan Manuel Santos und der Farc soll am 26. September unterzeichnet werden. Am 2. Oktober stimmt die kolumbianische Bevölkerung darüber ab. Kurz nach dem Friedensschluss im August war ein Waffenstillstand in Kraft getreten.

Der Vertrag soll den über 50 Jahre andauernden Konflikt beenden. Im blutigen Konflikt mit der 1964 gegründeten Guerillaorganisation, die gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer kämpft, wurden rund 220.000 Menschen getötet und 6,6 Millionen weitere vertrieben, viele gelten als vermisst.

Die von der Farc übergebenen Kinder und Jugendlichen werden an das Uno-Kinderhilfswerk UNICEF übergeben und sollen nach einer Übergangsphase, soweit möglich, wieder Anschluss zu ihren Familien finden.

Farc-Mitglieder unter 14 Jahren bleiben laut der Einigung vollkommen straffrei. Guerilleros zwischen 14 und 18 Jahren sollen beispielsweise vom Vorwurf der Rebellion freigesprochen werden.

kig/AFP/AP
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