Kolumbien Farc-Rebellen verkünden endgültigen Waffenstillstand

Es sei die wichtigste Mitteilung seines Lebens: Der Anführer der kolumbianischen Farc-Rebellen hat einen endgültigen Waffenstillstand angekündigt. Er soll ab Montag gelten.

Farc-Anführer Londoño
AFP

Farc-Anführer Londoño


Nach der Einigung auf einen Friedensvertrag mit der kolumbianischen Regierung haben die Farc-Rebellen einen endgültigen Waffenstillstand verkündet. Dieser trete ab Mitternacht in der Nacht zu Montag in Kraft, teilte Farc-Chef Rodrigo Londoño alias Timoschenko in Kubas Hauptstadt Havanna mit.

Das sei die wichtigste Ankündigung seines Lebens "gegenüber Kolumbien und der Welt". Er ordne an, dass "all unsere Kommandos, all unsere Einheiten und alle unsere Kämpfer um Mitternacht das Feuer einstellen und die Feindseligkeiten gegen den kolumbianischen Staat beenden", sagte Londoño. Schon Ende vergangener Woche hatte Präsident Juan Manuel Santos einen endgültigen Waffenstillstand erklärt.

In fast vierjährigen Verhandlungen hatten sich die Regierung und die Farc auf eine Landreform, die künftige politische Teilhabe der Rebellen, neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenhandel und eine Entschädigung der Opfer verständigt. (Hier lesen Sie mehr zu der historischen Einigung.) Das Volk muss dem Friedensvertrag am 2. Oktober noch zustimmen.

Umstritten ist besonders eine Sonderjustiz, die auch für schwere Verbrechen eine Haftstrafe von maximal acht Jahren vorsieht. Ein "Ja" im Referendum ist daher nicht selbstverständlich. Zugleich war das Land aber noch nie so nahe an einem Frieden in dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen linker Guerilla, Militär und rechten Paramilitärs. Mehr als 220.000 Menschen waren dabei gestorben, Millionen Einwohner wurden vertrieben. (Hier lesen Sie mehr Hintergründe zur Farc und dem Konflikt in Kolumbien)

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Kolumbien: Der Kampf endet
BBC-Dokumentation

aar/dpa/AP

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Faceoff 29.08.2016
1. Vielversprechende Entwicklung
Freut mich, dass dieser laaange anhaltende Konflikt nun nicht mehr mit Waffen ausgetragen wird. Es kann noch viel geschehen, bevor man von einer Lösung sprechen kann (Regierung Santos ist schwach; Umsetzung der Landforum ist schwierig; Eingliederung der FARC-Kämpfer ist langwierig), aber ein vielversprechender Anfang ist getan. Dazu beigetragen haben auch Kuba und sogar der Papst. Einmal eine gute Nachricht - und keinen scheint´s zu interessieren. Aber ist ja nachvollziehbar: Nur an Konflikten kann man sein Süppchen kochen, nicht an (hoffentlich) ausgehenden Feuern.
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