Kolumbianische Rebellengruppe Farc stellt eigene politische Partei vor

Jahrzehntelang führten Farc-Rebellen einen blutigen Bürgerkrieg gegen die kolumbianische Regierung. 2016 unterzeichneten beide Seiten einen Friedensvertrag. Dieser ebnete den Rebellen nun den Weg in die Politik.

Rodrigo Londoño
AP

Rodrigo Londoño


Die frühere kolumbianische Guerillaorganisation Farc betritt die politische Bühne. Nach über einem halben Jahrhundert im Untergrund stellen die Rebellen in der Hauptstadt Bogotá ihre neue Partei vor. Künftig wollen die einstigen Aufständischen auf legalem Weg für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten. "Nur noch Worte werden unsere Waffen sein", sagte Farc-Kommandeur Rodrigo Londoño kürzlich.

Seit Mitte der 1960er Jahre kämpften die Farc gegen die staatlichen Sicherheitskräfte und rechte Paramilitärs. Über 220.000 Menschen kamen in dem blutigen Konflikt ums Leben. Nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags mit der Regierung im vergangenen Jahr legten sie ihre Waffen nieder. Laut Friedensvertrag sind den ehemaligen Rebellen in den kommenden zwei Legislaturperioden jeweils fünf Sitze im Senat und in der Abgeordnetenkammer garantiert

bam/dpa-afxp



insgesamt 4 Beiträge
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wolla2 31.08.2017
1. Soweit waren wir schon mal...
in den 80ern. Damals gab es schon einmal eine Friedensvereinbarung und die FARC gründete eine Partei. (Union Patriotica) Nachdem daraufhin 300 Parteimitglieder von der Paramilitär ermordet worden sind, ist die FARC zurück in dien Untergrund gegangen. Mal sehn, wie es diesmal wird, denn die Paramilitär ist präsenter als je zuvor. Außerdem ist mir der Demobilisierung der FARC der eigentliche Konflikt nicht beseitigt. Kommt hinzu, dass nach einer aktuellen Befragung des "pollster Gallup Colombia" die FARC in der Beliebtheit unterdes ländlichen Bevölkerung etwa 2% (14% Zustimmung) vor den etablierten Politikern liegt (12% Zustimmung). die Gründe sind bekannt, nur führt das ganz sicher nicht zur Befriedung des Landes, denn die Paramilitärs werden das nicht besonders schätzen. Man kann nur hoffen, dass es nicht zu ähnlichen Masakern kommt wie in den 80ern.
wolla2 01.09.2017
2. soweit waren wir schon einmal...
als die FARC 1985 ihreeigeme Partei (unions patriotica) gründete um sich am politischen Prozess im Land zu beteiligen. Folge war, dass 300 ihrer Mitglieder von den Paramilitärs umgebracht wurden und die FARC wieder in den Untergrund ging. Da die Paramilitärs ( dank auch der Millionenhilfe der EU für die "Demobilisierung" unter Uribe) heute stärker ist, als je zuvor, werden wir sehen, was angesichts dessen, dass (speziell in der ländlichen Bevölkerung) die FARC eine Akzeptanzvorsprung gegenüber den regulären Politikern (14% zu 12%) hat, passieren wird. Kolumbiens Problem ist nicht die FARC sondern die Korruption und das Paramilitär. Auch darf man nicht annehmen, dass mit der Demobilisierung der FARC der Konflikt beseitigt ist. Die FARC war nur das Symptom. Das wird in den meisten Presseberichten nicht nur verwechselt, sondern häufig einfach nur totgeschwiegen, weil Regierungen der EU und die USA die korrupten Systeme Südamerikas unterstützen und nicht sein kann, was nicht sein darf.
crazy_swayze 01.09.2017
3.
Mal sehen was die FARC macht, wenn sie nach 2 Legislaturperioden aus den Parlamenten fliegt, mangels demokratischer Zustimmung.
florian29 01.09.2017
4. Wahnsinn
Terroristen bekommen ihre Partei. Das ist ein Schlag ins Gesicht von hunderttausenden Opfern des linken Terrorismus in diesem Land.
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