Ermordung von Indigenen in Kolumbien Soldaten sollen Ureinwohner schützen

Ein Massaker an Indigenen entsetzt Kolumbien. Dissidenten der Farc-Guerilla sollen dafür verantwortlich sein. Staatschef Duque schickt nun 2500 Soldaten in die Region Cauca - auch um wieder die Kontrolle zu erlangen.

Kolumbiens Präsident Iván Duque (Mitte) mit Angehörigen des Militärs: Schnelle Einsatztruppe mit 2500 Soldaten
HO / COLOMBIA PRESIDENCY / AFP

Kolumbiens Präsident Iván Duque (Mitte) mit Angehörigen des Militärs: Schnelle Einsatztruppe mit 2500 Soldaten


Nach der Ermordung von fünf Indigenen in Kolumbien hat Staatspräsident Iván Duque den Einsatz von 2500 Soldaten angekündigt. Er werde in der südwestlichen Region Cauca innerhalb von 40 Tagen eine Truppe die Arbeit aufnehmen lassen, schrieb er auf Twitter. Ihre Mission sei eine bessere Kontrolle des Gebiets, das Schließen der Routen von Drogenhändlern sowie das Zerschlagen krimineller Organisationen.

Die Opfer des Massakers seien Mitglieder einer Organisation gewesen, die für die Sicherheit in den von Ureinwohnern bewohnten Gebieten Kolumbiens zuständig ist, teilte der Regionale Indigenenrat von Cauca (CRIC) mit. Der Überfall ereignete sich, als Angehörige des Nasa-Volkes in einem Reservat Kontrollen durchführten. Dissidenten der Farc-Guerilla fuhren demnach in einem Auto heran und eröffneten das Feuer.

Unter den Toten war eine Nasa-Anführerin. Es gab zudem fünf Verletzte. Auch auf einen Krankenwagen, der die Opfer transportierte, sei geschossen worden, hieß es.

Präsident Duque verurteilte die tödliche Attacke auf Twitter und teilte mit, er habe dem Militär befohlen, "die für den Angriff verantwortliche kriminelle Gruppe zu finden".

Die Farc-Rebellen hatten ein halbes Jahrhundert lang gegen die Regierung in Bogotá gekämpft. Mehr als 260.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet. Ende 2016 unterzeichnete die kolumbianische Regierung mit der Farc ein historisches Friedensabkommen zur Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs.

Doch noch immer sind Gruppen von Farc-Dissidenten aktiv, die das Abkommen ablehnen. Im August kündigten mehrere frühere Rebellen-Kommandeure an, den Kampf gegen die Regierung wieder aufzunehmen. In von der Guerilla aufgegebene Gebiete sind zudem Verbrecherbanden vorgestoßen. Indigene Gruppen sehen sich zunehmend gewalttätigen Angriffen bewaffneter Drogenbanden gegenüber.

Der seit August 2018 regierende, rechtskonservative Präsident Duque hatte zur Jagd auf die Rebellen aufgerufen. Am Mittwoch reiste er zusammen mit Kommandanten des Militärs sowie dem Polizeichef des südamerikanischen Landes nach Cauca, um die Sicherheitslage nach dem Massaker einzuschätzen.

Im Video: Guerillas in Kolumbien - Im Reich des Comandante

Federico Rios/ DER SPIEGEL

asa/dpa/AFP

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