Kolumbien Kindersoldaten sollen Farc-Rebellenlager verlassen

Nächste Etappe in den Friedensgesprächen in Kolumbien: Vertreter der Farc-Rebellen und Regierung haben beschlossen, minderjährige Soldaten unter 14 Jahren straffrei nach Hause zu entlassen.

Ivan Marquez, Farc-Chefunterhändler
AFP

Ivan Marquez, Farc-Chefunterhändler


Kindersoldaten der kolumbianischen Rebellen sollen die Lager nach und nach verlassen. Darauf einigten sich die Regierung und die Vertreter der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens, kurz Farc, bei den Friedensgesprächen in Kuba. Das erklärten beide Verhandlungsparteien am Sonntag in Havanna.

Alle unter 15-Jährigen würden aus den Reihen der etwa 7000 Farc-Kämpfer entlassen. Dafür solle binnen 14 Tagen ein detaillierter Plan ausgearbeitet werden. Um wie viele Kinder genau es sich handelt, ist nicht bekannt. Im Februar hatten die Rebellen angekündigt, keine unter 18-Jährigen mehr zu rekrutieren.

Farc-Mitglieder unter 14 Jahren bleiben laut der Einigung vollkommen straffrei. Guerilleros zwischen 14 und 18 Jahren sollen beispielsweise vom Vorwurf der Rebellion freigesprochen werden.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos begrüßte die Vereinbarung: "Wir haben ein historisches Abkommen erzielt, um die Kinder aus dem Krieg zu holen." Wenn möglich, sollten die Betroffenen wieder zu ihren Familien zurückkehren, verkündete er über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Farc-Chefunterhändler Iván Márquez kündigte "Sozial- und Bildungsprogramme" für die Betroffenen an, "damit sich die soziale Ausgrenzung, die sie in unsere Lager gebracht hat, nicht wiederholt".

Die Friedensgespräche in Havanna zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung dauern seit November 2012 an. Im September verkündeten beide Seiten einen Durchbruch bei den Verhandlungen, einige Punkte waren aber weiter offen.

Die Farc-Rebellen kämpfen seit einem halben Jahrhundert gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer. In dem blutigen Konflikt wurden rund 220.000 Menschen getötet und 6,6 Millionen weitere vertrieben.

heb/dpa/AFP



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