Friedensprozess Kommission soll Verbrechen im kolumbischen Bürgerkrieg aufklären

Jahrzehnte kämpften Farc-Rebellen in Kolumbien gegen den Staat und Großgrundbesitzer - 220.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Nun verspricht Präsident Santos Aufklärung.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos
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Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos


Nach dem Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation Farc soll eine Wahrheitskommission die Verbrechen des Bürgerkriegs in Kolumbien aufklären. Zudem wird eine Spezialeinheit nach verschleppten Menschen suchen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos unterzeichnete zwei entsprechende Dekrete. Auf beide Punkte hatten sich die Unterhändler bei den Friedensverhandlungen geeinigt.

"Was die Opfer am stärksten fordern - noch vor Wiedergutmachung und Gerechtigkeit - ist die Wahrheit", sagte Santos in Bogotá. Für den Friedensprozess, den der Politiker eingeleitet hat, bekam er den Friedensnobelpreis. "Die Opfer wollen wissen, was geschehen ist, wie es geschehen ist, wann es geschehen ist, wo es geschehen ist und warum es geschehen ist. Wir schulden ihnen eine Antwort."

Indes haben die Farc-Rebellen die genaue Anzahl ihrer Mitglieder offengelegt. Das war im Friedenspakt vereinbart worden. Demnach befinden sich 6804 Männer und Frauen in den Reihen der Guerillaorganisation. Das teilte das Büro des Hochkommissars für Frieden in Bogotá nach Empfang der offiziellen Liste mit.

Die Aufstellung solle nun überprüft und mit Daten des Büros abgeglichen werden, hieß es weiter. Eine erfolgreiche Prüfung der Daten ist Voraussetzung für die Rückkehr der Kämpfer in die Legalität und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Nach Jahrzehnten des internen Konflikts hatten sich die Regierung und die Farc im vergangenen Jahr auf einen Friedensvertrag geeinigt. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen in Kolumbien mehr als 220.000 Menschen ums Leben.

koe/dpa



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bloub 06.04.2017
1.
das wichtigste wurde mal wieder "vergessen", nämlich das ausgerechnet das militär (das für die meisten verbrechen verantwortlich ist) davon ausgenommen wurde.
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