Kolumbien Rebellenchef "King Kong" gefasst

Kolumbianische Behörden haben einen ranghohen Rebellen-Chef verhaftet, der eine Entführung von drei Deutschen geleitet haben soll. Sein Deckname lautet: "King Kong".


Bogotá - Wie ein Militärsprecher mitteilte, ist der festgenommene Angel oder Carlos Ipia Dizú Chef der 6. Kompanie der Rebellengruppe "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC). "King Kong" werden nicht nur Anschläge auf Militärpatrouillen und Polizeiwachen sowie Drogen-Handel zur Last gelegt. Im Juli 2001 soll er die Entführung des deutschen Entwicklungshelfers und GTZ-Mitarbeiters Ulrich Künzel, dessen Bruders Thomas und eines Freunden der beiden, Rainer Bruchmann, geleitet haben.

Die Guerilleros verschleppten damals die drei Niedersachsen in den Süden des Landes. Im Andenhochland gelang Thomas Künzel nach neun Wochen die Flucht. Er gab vor, er müsse austreten, ging ohne Bewachung in ein Gebüsch am Rande des Rebellencamps und lief weg. Die beiden anderen Deutschen wurden erst nach fast drei Monaten Geiselhaft und intensiver Bemühungen der Bundesregierung unversehrt auf freien Fuß gesetzt.

Kolumbien ist eines der Länder mit den weltweit meisten Entführungsfällen. Medien sprechen von einer "Entführungsindustrie". Tausende von Menschen befinden sich nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen in der Gewalt linker Rebellen, rechter Paramilitärs oder krimineller Banden.

agö/dpa



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