Entführter General Kolumbien stoppt Verhandlungen mit Farc-Rebellen

Kolumbiens Regierung hat die Friedensgespräche mit den Farc-Rebellen ausgesetzt. Zuerst müssten ein entführter General und seine Begleiter freigelassen werden.

Verschwunden: General Rubén Alzate
AFP

Verschwunden: General Rubén Alzate


Bogota - Es ist ein schwerer Rückschlag für die seit zwei Jahre laufenden Verhandlungen: Die kolumbianische Regierung hat nach der Entführung des Generals Rubén Alzate die Friedensgespräche mit den marxistischen Farc-Rebellen gestoppt. Er werde keine Unterhändler zu der für diesen Montag vorgesehenen nächsten Verhandlungsrunde nach Havanna schicken, kündigte Präsident Juan Manuel Santos an. Erst müssten der General und seine ebenfalls am Sonntag verschleppten Begleiter freigelassen werden.

Alzate hatte am Sonntag in Quibdo im Südwesten des südamerikanischen Staates den Kontakt zu seiner Truppe verloren. In dem Gebiet sind die Farc-Rebellen aktiv.

Die 1964 gegründeten Farc sind Kolumbiens größte Guerillaorganisation. Im Konflikt mit Regierungstruppen und Paramilitärs wurden in den vergangenen fünf Jahrzehnten nach amtlichen Angaben 220.000 Menschen getötet. Mehr als fünf Millionen Menschen wurden demnach in die Flucht getrieben. Derzeit gehören der Gruppe rund 8000 Kämpfer an.

Bogotá nahm 2012 Verhandlungen mit der Farc-Guerilla auf, um den Konflikt zu beenden. Bei den Friedensgesprächen der kolumbianischen Konfliktparteien in Havanna wurden bereits einzelne Vereinbarungen erzielt, unter anderem eine Landreform und eine Einigung im Kampf gegen den Drogenhandel.

als/AFP/Reuters



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