Kolumbien Regierung verlängert Waffenruhe mit Farc

Regierung und Rebellen wollen das Friedensabkommen nach dem gescheiterten Referendum retten. Die Verlängerung des Waffenstillstands verschafft ihnen dafür nun mehr Zeit.

Kolumbiens Präsident Santos
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Kolumbiens Präsident Santos


Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat den Waffenstillstand mit der Farc erneut verlängert. Er gelte nun bis Ende des Jahres, sagte der Staatschef.

Bereits im August hatten die Regierung und die Farc einen beidseitigen Waffenstillstand geschlossen. Er galt allerdings nur bis zum Zeitpunkt des Referendums. Wegen des negativen Votums wurde der Waffenstillstand daraufhin bereits einmal bis Ende Oktober verlängert.

Die erneute Verlängerung verschafft Regierung und Rebellen mehr Zeit bei der Nachverhandlung des Friedensabkommens. Der 31. Dezember sei zwar kein endgültiges Ultimatum, aber die neuen Verhandlungen über einen Friedensvertrag müssten zügig vorankommen, sagte Präsident Santos. "Die Zeit arbeitet gegen den Frieden und das Leben."

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Kolumbien: Kolumbiens Konflikt mit den Farc-Rebellen

Regierung und Farc hatten sich nach vierjährigen Verhandlungen auf einen Friedensvertrag geeinigt. Allerdings lehnten eine knappe Mehrheit der Kolumbianer diesen in einem Referendum überraschend ab. Die Gegner kritisierten vor allem die geplante politische Beteiligung der Farc und die relativ milden Strafen für die Rebellen.

Sowohl die Regierung als auch die Farc zeigten sich zuletzt entschlossen, den historischen Vertrag noch zu retten. Die Unterhändler der Regierung und der Farc kamen bereits in Havanna zusammen, um die Gespräche wieder aufzunehmen. Fraglich ist, ob die Guerillavertreter bereit sind, die Eckpunkte des Friedensabkommens zu verändern.

brk/dpa

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