Kolumbien Soldaten töten Anführer der Guerilla-Gruppe Farc

Kolumbiens Regierung meldet den Tod von Farc-Chef Cano. Der Anführer der Guerilla-Bewegung ist demnach bei einem Bombenangriff des Militärs ums Leben gekommen. Präsident Santos feiert die Mission als "härtesten Schlag" gegen die Rebellen.


Bogotá - Der Anführer der linksgerichteten kolumbianischen Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc), Alfonso Cano, ist bei einer Militäroperation getötet worden. Sein Tod ist ein großer Erfolg für Präsident Juan Manuel Santos. Erst vor mehr als einem Jahr war der Militärchef der Organisation vom kolumbianischen Militär getötet worden.

Das Militär hat nach eigenen Angaben eine Standardoperation in der Provinz Cauca ausgeführt - erst einen Bombenangriff, dann übernahmen Bodentruppen. Die Leiche des 63-jährigen Farc-Chefs wurde nach einem Bericht des Nachrichtensenders CMI von Soldaten neben der seiner Lebensgefährtin "Patricia" gefunden. In Cauca kam es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Gewaltakten durch die Farc-Rebellen.

Kolumbiens Präsident hat den Tod Canos, mit bürgerlichem Namen Guillermo León Sáenz Vargas, inzwischen offiziell bestätigt. In einer Erklärung sprach Staatschef Juan Manuel Santos am Samstag vom "härtesten Schlag" gegen die linksgerichteten Rebellen in ihrer Geschichte. Santos forderte die Guerillagruppe auf, ihre Kämpfer zu entwaffnen. Die Regierung werde nicht lockerlassen, bis die Kolumbianer in Frieden leben könnten.

Auf Cano war ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (mehr als 3,6 Millionen Euro) ausgesetzt. Seit der Militärchef der Rebellen, Víctor Julio Suárez Rojas alias Mono Jojoy, im September 2010 bei einem Bombenangriff getötet wurde, hatten sich die kolumbianischen Behörden auf die Jagd nach dem 63-jährigen Cano konzentriert. Cano ist ein Intellektueller aus Bogotá, der die Führung der letzten verbliebenen Rebellenbewegung Lateinamerikas nach dem Tod von Farc-Mitbegründer Manuel Marulanda im Jahre 2008 übernahm. Marulanda war im Alter von schätzungsweise 78 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Die Farc, eine kommunistisch ausgerichteten Gruppe, führt seit fast 50 Jahren einen Guerillakrieg gegen die kolumbianische Regierung. Die Bewegung, die sich vorwiegend durch Drogenhandel finanziert, besteht aus schätzungsweise 9000 Bauern aus entlegenen Gebieten, die in Kolumbien, wo der Landbesitz in den Händen einiger weniger ist, kaum Chancen haben.

"Es muss natürlich ganz klar gesagt werden: Das ist ein Schlag für die Moral der Farc", sagte Victor Ricardo, der zwischen 1998 und 2002 für die kolumbianische Regierung letztendlich erfolglose Friedensverhandlungen mit den Rebellen führte. Es solle aber bloß keiner glauben, dass Canos Tod das Ende der Farc sei. Die Bewegung habe eine disziplinierte militärische Hierarchie, Nachfolger warteten schon.

ffr/dapd/AFP/dpa



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