Feuerpause Kolumbien stellt Luftangriffe auf Farc-Rebellen ein

Präsident Juan Manuel Santos will den Konflikt mit den Farc-Rebellen deeskalieren: Deswegen stellt Kolumbien die Angriffe auf die Guerillagruppe vorübergehend ein. Damit wird ein Waffenstillstand wahrscheinlicher.

Präsident Santos bei der TV-Ansprache: Kolumbien greift Farc nicht mehr an
AFP

Präsident Santos bei der TV-Ansprache: Kolumbien greift Farc nicht mehr an


Bogotá - Seit mehr als zwei Jahren wird in Kolumbien über den Frieden verhandelt - nun stellt Kolumbien die Luftangriffe auf die linksgerichtete Guerillaorganisation Farc vorübergehend ein. Präsident Juan Manuel Santos erklärte in einer Fernsehansprache, er habe den Streitkräften den Befehl erteilt, vorerst keine Luftschläge mehr gegen die Lager der Farc zu führen. Er wolle den Konflikt mit der Guerilla deeskalieren. Wenn sich die Guerilla ebenfalls an die Feuerpause halte, könne in einem Monat der Stopp der Luftangriffe verlängert werden.

Zuletzt war in Kubas Hauptstadt Havanna beschlossen worden, dass die älteste Guerilla Lateinamerikas in Kürze unbewaffnet und gemeinsam mit der Armee in mehreren Konfliktregionen Anti-Personen-Minen räumen soll. Die Übereinkunft hatte vor allem einen hohen symbolischen Wert. Präsident Santos nannte das einen "äußerst wichtigen" Schritt.

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg rückt ein Waffenstillstand damit näher. Die Rebellen hatten im Dezember eine einseitige Waffenruhe verkündet und die kolumbianischen Streitkräfte aufgefordert, ihre Militäraktionen ebenfalls einzustellen.

Die Farc hatte sich als Bauernguerilla gegründet und 1964 zu den Waffen gegriffen, um die ungerechte Landverteilung in Kolumbien mit Gewalt zu ändern und eine Agrarreform durchzusetzen. Seither sind in dem Bürgerkrieg mehr als 200.000 Menschen getötet worden, Millionen Kolumbianer machte der Konflikt zu Vertriebenen. Immer wieder kam es zu Anschlägen, Scharmützeln, Entführungen oder Eroberungen ganzer Dörfer durch die Guerilla. Auch wenn sich große Teile der Farc inzwischen dem Drogenhandel verschrieben haben, verfolgen die Linksrebellen noch immer eine politische Agenda.

vek/dpa/AFP



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rolandjulius 11.03.2015
1. Farc und Drogenhandel
Drogen werden generell von rechtsgerichteten Organisationen gehandelt. Dazu gehören die Banken und die DEA, welche finanzieren, waschen und schleusen. Die Farc hat deren Beteiligung immer bestritten. Dazu gibt es keine Beweise, um der Farc Drogenhandel in die Schuhe zu schieben.
ingo_horst 11.03.2015
2.
Zitat von rolandjuliusDrogen werden generell von rechtsgerichteten Organisationen gehandelt. Dazu gehören die Banken und die DEA, welche finanzieren, waschen und schleusen. Die Farc hat deren Beteiligung immer bestritten. Dazu gibt es keine Beweise, um der Farc Drogenhandel in die Schuhe zu schieben.
Die Farc würden ohne Drogenhandel und Entführungen nicht überleben. Es gibt darüber in Kolumbien überhaupt keinen Zweifel und unzählige Gerichtsverfahren. Z.b. http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-05/makled-drogenhandel-venezuela
rolandjulius 11.03.2015
3. Gerichtsverfahren im Kriegszustand eines Landes...
sind schwerlich als objektiv zu verstehen. Wenn die Angeklagten nicht verurteilt werden können, werden sie in die USA abgeschoben, und bekommen dort hundertjährige Gefängnisstrafen.
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