Kolumbien U-Boot für sieben Tonnen Koks

Der kolumbianischen Polizei ist ein Schlag gegen die Drogenmafia gelungen: Sie stellte ein U-Boot sicher, in das bis zu sieben Tonnen Kokain passen. Schmuggler hätten mit dem Unterwasser-Gefährt bis nach Mexiko gelangen können.

REUTERS

Hamburg - Kolumbianische Behörden haben am Wochenende ein U-Boot in Beschlag genommen, das zur Auslieferung von Drogen benutzt werden sollte. Der Polizei zufolge gehört es den Farc-Rebellen, einer linken Guerillagruppe. Wie die britische BBC berichtet, ist das 16 Meter lange Gefährt im Pazifik vor der Küstenstadt Buenaventura aufgespürt worden.

"Eine Allianz aus Farc-Rebellen und Drogenschmugglern aus dem südlichen Landesteil wollten es einsetzen", sagte laut BBC der Direktor der Anti-Drogen-Einheit der Polizei, Luis Alberto Perez. Es sei wahrscheinlich "eines der größten" Tauchboote für den Drogenhandel, das in den vergangenen Jahren entdeckt wurde.

Das U-Boot bietet Behördenangaben zufolge Platz für fünf Besatzungsmitglieder und sieben Tonnen Drogen. Ware hatte es allerdings nicht an Bord, das Boot soll neu und noch unbenutzt sein.

Die Polizei stellte schon mehrere Dutzend Boote sicher

Ein höchst ausgeklügeltes Navigationssystem an Bord soll dafür sorgen, dass die Drogenhändler ihre Ware unbemerkt von der Küstenwache in andere Länder transportieren können.

Die kolumbianische Drogenmafia hat in den vergangenen Jahren unzählige dieser Boote bauen lassen, ein paar Dutzend davon hat die Polizei bereits dingfest gemacht.

Laut dem BBC-Bericht hat das Tauchboot eine Reichweite von Kolumbien bis nach Mittelamerika. Vor allem Mexiko ist eines der Länder, in das von Buenaventura aus große Mengen an Kokain geschmuggelt werden. Kolumbien ist eine der Hochburgen des internationalen Kokainhandels.

jus



insgesamt 18 Beiträge
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peter234 25.09.2011
1. .
Die ständigen Schläge gegen die Drogenmafia erinnert immer ein bisschen and die Propaganda im Krieg. Da gibt es auch immer nur gewonnene Schlachten, selbst auf Verliererseite.
Rodelkoenig 25.09.2011
2. cbgfnbg
Naja. Solche Boote werden schon seit vielen Jahren immer wieder entdeckt und beschlagnahmt. In einer Doku über das Thema hab ich mal gesehen, dass der Bau eines solchen Tauchbootes im Dschungel nur etwa eine Woche dauert bei 3 bis 4 Personen, die daran arbeiten. Ich glaube, der Kampf, den die Behörden dort führen, kann man am besten mit dem des Don Quijote gegen die berühmten Windmühlen vergleichen. Die riesigen Flusssysteme mit ihren zehntausenden kleinen Flussarmen im Dschungel sind wohl so unübersichtlich, dass man in 30 Meter Entfernung an einer solchen kleinen Werft vorbeikommen kann, ohne was davon zu merken. Für jedes tauchboot, das da von den Behörden entdeckt wird, werden sicherlich innerhalb kürzester Zeit neue gebaut. Die riesigen Geldmengen, die mit den Drogen verdient werden können, machen's möglich. Bei der Bekämpfung dieser Drogenmafia bringt es wahrscheinlich nicht viel, auf der Angebotsseite zu kämpfen, sondern man müsste sich auf die Nachfrageseite konzentrieren und die Nachfrager befinden sich hauptsächlich in den westlichen Industriestaaten, zunehmend aber auch in Entwicklungsländern. Damit könnte man langfristig sicherlich mehr erreichen, aber völlig beseitigen kann man dieses Problem wahrscheinlich nie. Viele Grüße
totalmayhem 25.09.2011
3. o^o
Zitat von peter234Die ständigen Schläge gegen die Drogenmafia erinnert immer ein bisschen and die Propaganda im Krieg. Da gibt es auch immer nur gewonnene Schlachten, selbst auf Verliererseite.
Propaganda in der Tat, und schlecht recherchiert obendrein. Was das Ding auf dem Bild mit einem U-Boot zu tun hat, weiss wohl auch nur der SPON-Praktikant der den Artikel verzapftt hat. Diese Boote (semi-submersibles = halb untergetaucht) liegen extrem tief im Wasser und sind daher schwerer zu orten, aber Tauchen? Ohne Ballasttanks oder Tiefenruder nicht machbar, vor allem, wenn man auch wieder aufzutauchen gedenkt. "Untergetaucht" wird bestenfalls einmal: wenn die Besatzung im Falle einer Entdeckumg die Flutventile oeffnet und den Kahn versenkt (was seit Neuestem auch vor Strafe nicht mehr schuetzt: der Betrieb solcher Boote in internationalen Gewaessern mit der Absicht unentdeckt zu bleiben, wird mit bis zu 20 Jahren Knast bestraft).
ENDofIDEOLOGY 25.09.2011
4. Dieses Geld könnte in den Staatskassen liegen
Der "war on drugs" ist gescheitert. Er nutzt lediglich der organisierten Kriminalität.
posten 25.09.2011
5. Das super Navigationssystem
besteht wahrscheinlich aus 2 Seekarten und einem 60,-- GPS Empfänger. Mein Gott SPON! Und im übrigen kann ich den Vorpostern nur beipflichten - Das Geld könnte in der Staatskasse liegen, um z.B. unseren Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen - damit sie gar keine Drogen nötig haben. Und, nein, ich nehme keine Drogen (nicht einmal Alkohol) und bin auch kein 20-jähriger Idealist, sondern ein fast 60-jähriger Pragmatiker.
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