Konferenz in London Clinton fordert härteres Vorgehen gegen Extremisten im Jemen

Der Jemen hat sich zu politischen Reformen verpflichtet - im Gegenzug kann das Land im Kampf gegen Terror und Armut auf internationale Hilfe zählen. US-Außenministerin Clinton forderte ein entschiedeneres Vorgehen gegen Extremisten in dem Land.

US-Außenministerin Clinton: Große Herausforderungen für den Jemen
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US-Außenministerin Clinton: Große Herausforderungen für den Jemen


London - Der Jemen ist zu wirtschaftlichen und politischen Reformen bereit und setzt im Kampf gegen Terrorismus und Armut auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft.

Das geht aus dem Entwurf eines Abschlusspapiers der internationalen Jemen-Konferenz hervor, die am Mittwoch in London nach zwei Stunden endete. "Wirtschaftliche und soziale Reformen der jemenitischen Regierung sind der Schlüssel für Stabilität und Wohlstand auf lange Sicht", heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. "Die Herausforderung des Jemens wachsen, wenn ihnen nicht begegnet wird, ist die Stabilität des Landes und der Region bedroht."

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte ein entschiedeneres Vorgehen gegen Islamisten im Jemen. Die internationale Gemeinschaft und der Jemen "können und müssen mehr tun", sagte Clinton laut vorab verbreitetem Redetext bei der Konferenz. Das Land an der Südspitze der arabischen Halbinsel stehe vor "gewaltigen" Herausforderungen. Die jemenitische Bevölkerung verdiene die Chance, über ihre eigene Zukunft zu bestimmen, statt gewalttätigen Extremisten ausgeliefert zu sein, sagte Clinton.

Unterdessen versprach die Bundesregierung eine weitere halbe Million Euro für Hilfsprojekte für die Bevölkerung im Jemen. Für Ende Februar ist überdies eine internationale Geberkonferenz zum Jemen in Riad in Saudi-Arabien geplant.

An der Londoner Jemen-Konferenz nahmen Delegationen aus etwa 20 Staaten teil. Der Jemen rückt im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus zunehmend in den Blickpunkt: Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der am ersten Weihnachtstag versucht hatte, ein Flugzeug kurz vor der Landung in den USA zu sprengen, soll in einem Trainingslager des Terrornetzwerks al-Qaida im Jemen ausgebildet worden sein. Zu der Tat bekannte sich die Extremistengruppe al- Qaida auf der Arabischen Halbinsel.

hen/dpa/AFP



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