Konflikt mit Teheran IAEA tief beunruhigt über Irans Atomprogramm

Die Internationale Atomenergiebehörde hat "große Sorge" wegen Irans möglicher geheimer Arbeiten an Atomwaffen. Der Generalsekretär Yukiya Amano rief Teheran auf der Sitzung des Gouverneursrates in Wien erneut zur Zusammenarbeit auf.

IAEA-Generalsekretär Amano: "Tief beunruhigt über eine mögliche militärische Dimension"
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IAEA-Generalsekretär Amano: "Tief beunruhigt über eine mögliche militärische Dimension"


Wien - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zeigt sich weiterhin skeptisch, ob Iran mit seinem Atomprogramm friedliche Zwecke verfolgt. Generalsekretär Yukiya Amano sagte am Montag in Wien, seine Organisation sei in "großer Sorge" und "tief beunruhigt über eine mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms".

Der Japaner verwies auf jüngste gescheiterte Versuche von IAEA-Experten, Zugang zu Standorten, Dokumenten und Wissenschaftlern zu erhalten. "Trotz intensiver Diskussionen gab es keine Übereinstimmung darüber", erklärte Amano.

Teheran treibe sein Atomprogramm mit Nachdruck voran. Seit Ende des vergangenen Jahres habe Iran seine Produktion von höher angereichertem Uran verdreifacht. Seine Organisation werde aber auch in Zukunft zu einer "konstruktiven Zusammenarbeit" mit Iran bereit sein, versicherte Amano. Er rief Teheran zur Zusammenarbeit auf.

Der IAEA-Gouverneursrat, in dem 35 Staaten vertreten sind, tagt eine Woche lang in Wien hinter verschlossenen Türen. Der Text der Eröffnungsrede Amanos wurde veröffentlicht.

Die Atomenergiebehörde hatte in einem Bericht im November kritisiert, es gebe "glaubwürdige" Hinweise, dass in den iranischen Atomanlagen - entgegen den offiziellen Beteuerungen aus Teheran - an einem militärischen Programm gearbeitet worden sei. Vor allem westliche Staaten verdächtigen Teheran, Atomwaffen zu entwickeln. Die Staatsführung in Teheran hat dies wiederholt zurückgewiesen.

Diplomaten erwarteten allerdings keine spektakulären Schritte des Gouverneursrates. Eine weitere Resolution sei unwahrscheinlich, so westliche Vertreter. Es wurde vermutet, dass sich der Rat auf die Frage konzentrieren wird, wie der Diskussionsprozess mit Teheran fortgesetzt werden könne.

Irans Atomprogramm kommt auch bei einem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montag bei US-Präsident Barack Obama zur Sprache. Die USA fürchten, dass Israel in den kommenden Monaten iranische Atomanlagen angreifen könnte.

heb/dpa/Reuters/AFP/dapd

insgesamt 49 Beiträge
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sonnenthau 05.03.2012
1. Vielleicht sollte sich die Atomenergiebehörde
Zitat von sysopREUTERSDie Internationale Atomenergiebehörde hat "große Sorge" wegen Irans möglicher geheimer Arbeiten an Atomwaffen. Der Generalsekretär Yukiya Amano rief Teheran auf der Sitzung des Gouverneursrates in Wien erneut zur Zusammenarbeit auf. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819418,00.html
einmal mit der CIA kurz schließen. Die haben nämlich Entwarnung gegeben.
schreibtischhengst 05.03.2012
2. @sonnenthau
Zitat von sonnenthaueinmal mit der CIA kurz schließen. Die haben nämlich Entwarnung gegeben.
Das ist wie der Wetterbericht, das wechselt mehrere Male in der Woche, mal droht Ärgr wegen den A-Waffen, dann stellt die CIA fest, dass keine A-Waffen im Schrank stehen. Dann wird in der USA Hilfe angefragt und schon sind die A-Waffen wieder ein Thema. Schlimm ist es, wenn es zu einer kriegerischen Auseinandersetzzung kommt, bei der ALLE ihre A-Waffen einsetzten!! Dann gute Nacht!
Kirk70 05.03.2012
3. Verstehe ich nicht
Zitat von sysopREUTERSDie Internationale Atomenergiebehörde hat "große Sorge" wegen Irans möglicher geheimer Arbeiten an Atomwaffen. Der Generalsekretär Yukiya Amano rief Teheran auf der Sitzung des Gouverneursrates in Wien erneut zur Zusammenarbeit auf. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819418,00.html
Vor wenigen Tagen wurde vermeldet, dass Iran nicht vorhat Kernwaffen zu bauen. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube es war auch die IAEA. Oder es war der CIA. Sollte es auch "nur" der CIA gewesen sein, würde ich gerne mal wissen wie ein Riesengeheimdienst (30.000 Mitarbeiter, Budget mehr als das gesamte Militär in der BRD) zu einer gegenteiligen Meinung kommt, wie die IAEA, die viel weniger Möglichkeiten hat. Sollte es die IAEA gewesen sein, will ich mal wissen nach welcher Methode die wann welche Nachrichten verkünden.
marion.marx 05.03.2012
4. IAEA ist ein politisches Instrument
Zitat von sysopREUTERSDie Internationale Atomenergiebehörde hat "große Sorge" wegen Irans möglicher geheimer Arbeiten an Atomwaffen. Der Generalsekretär Yukiya Amano rief Teheran auf der Sitzung des Gouverneursrates in Wien erneut zur Zusammenarbeit auf. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819418,00.html
Die IAEA agiert doch nur noch politisch und kommt ihren eigentlichen Aufgaben nicht mehr nach. Sie sollte ruhig mal offen sagen, dass sie Zugang zu allen Bereichen des iranischen Atomprogramms hat, zu denen ihr das zusteht und das jegliche weitere Kontrolle anderer miltärischer Bereiche Irans ein Entgegenkommen des Landes wäre. Über einen solchen Zugang zu verhandeln, hat die IAEA aber anscheinend kürzlich keine Zeit gehabt: Irananders: Exklusiv-Interview mit Irans IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh (http://irananders.de/home/news/article/-16ed152ff0.html) War ihr Bericht schon vor dem Besuch fertig? Wäre alles nicht so schlimm, wenn nicht das angebliche iranische Atomwaffenprogramm ein Vorwand wäre um einen Krieg anzuzetteln. Da lässt sich die IAEA völlig instrumentalisieren.
Hermes75 05.03.2012
5.
Zitat von sonnenthaueinmal mit der CIA kurz schließen. Die haben nämlich Entwarnung gegeben.
Eine "Entwarnung" war das nicht. Der CIA-Bericht besagte, dass der US Geheimdienst vermutet, dass Iran ZUR ZEIT nicht an der Atombombe baut, sich aber sehr wahrscheinlich die Option schaffen will dieses kurzfristig tun zu können. Der Besitz einer großen Anreicherungskapazität wäre ein notwendiger, wenn auch noch nicht hinreichender, Schritt zu dieser Option. Weiterhin sollte man den Artikel genau lesen. Da steht nämlich dass der IAEO-Rat eine Woche lang tagte und dies Auszüge aus der Eröffnungsrede waren. Zu welchen weiteren Schlüssen die IAEO gekommen ist wissen wir noch nicht. Schließlich noch ein Hinweis für jene die immer weider darauf beharren, dass Iran seinen "Verpflichtungen" nachkomme: Die IAEO ist die einzige Organisation, die dem Iran glaubwürdig bescheinigen könnte, dass sein Atomprogramm nicht-militärisch ist. Es wäre daher klug vom Iran voll mit der IAEO zusammenzuarbeiten - Vorausgesetzt der Iran möchte die Gerüchte um sein Atomprogramm überhaupt entkräften. Wenn nicht, dann ist der Kurs der iranischen Regierung natürlich genau "richtig", wird aber über kurz oder lang in die militärische Konfronation führen.
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