Konflikte Iran genehmigt Inspektion von Atomanlage Arak

Iran gibt sich im Atomkonflikt kompromissbereit: Die Führung in Teheran hat jetzt überraschend der Inspektion eines im Bau befindlichen Reaktors zugestimmt.


Wien/Teheran - Wie die Internationale Atomenergiebehörde IAEA heute in Wien mitteilte, ist die Zustimmung zur Inspektion der Atomananlage in Arak eines der Ergebnisse von Gesprächen, die eine IAEA-Delegation in dieser Woche in Teheran führte. Iran hatte die Inspektionen der Wiener Atombehörde im Frühjahr unter Berufung auf das bilaterale Sicherheitsabkommen mit der IAEA gestoppt.

Wie die IAEA weiter mitteilte, sollen IAEA-Inspekteure in den nächsten Wochen außerdem Zugang zu Informationen erhalten, die die noch offenen Fragen im Zusammenhang mit dem jahrzehntelang geheimen Atomprogramm Teherans klären könnten. Dazu gehören unter anderem Spuren von Plutonium, über dessen Herkunft Iran bisher keine Auskunft geben konnte. Details der neuen Inspektionen sollen noch in diesem Monat in Wien vereinbart werden.

Der stellvertretenden IAEA-Generaldirektor Olli Heinonen und der Vizechef der iranischen Atomenergiebehörde, Dschawad Waidi, hatten nach Abschluss zweitägiger Gespräche in Teheran bereits gestern Abend von positiven Ergebnissen gesprochen. IAEA-Chef Mohammed ElBaradei und Irans Chefunterhändler Ali Laridschani hatten im Juni unter dem Druck möglicher neuer Sanktionen des Weltsicherheitsrats einen zweimonatigen Zeitplan zur abschließenden Aufklärung über das umstrittene iranische Atomprogramm vereinbart.

Heinonen und Waidi beschlossen in Teheran eine Visite von IAEA- Inspekteuren in Arak bereits Ende Juli. Verhandlungen über eine vollständige Überwachung der Urananreicherungsanlage bei Natans sollen Anfang August stattfinden. Dann wollen beide Seiten außerdem die im Raum stehende Frage klären, woher die von IAEA-Inspekteuren vor Jahren in iranischen Labors entdeckten Spuren von Plutonium stammen. Die bisherige Weigerung Teherans, diese noch ausstehenden Fragen zu klären, waren einer der Gründe für die vom Weltsicherheitsrat gegen Iran verhängten Sanktionen. Trotz der Sanktionen weigert sich die Regierung in Teheran, die Urananreicherung zu stoppen.

hen/dpa/AFP



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