Kongo Angeblich Putschversuch gegen Präsident Kabila

Bei einem Putschversuch im afrikanischen Staat Kongo ist Präsident Laurent Kabila offenbar verletzt worden. Zuvor habe es Schüsse vor der Residenz Kabilas gegeben.


Laurent Kabila
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Laurent Kabila

Kinshasa - Über das Schicksal Kabilas lagen zunächst ebensowenig gesicherte Informationen vor wie über den Ausgang des Staatsstreichs.

Kabila sei bei einer etwa halbstündigen Schießerei vor seinem Haus getroffen worden, teilte ein hoher Offizier der Nachbarrepublik Kongo-Brazzaville mit. Nach Informationen aus Geheimdienstkreisen im Nachbarland Ruanda soll er getötet worden sein - allerdings steht Ruanda auf Seiten der Rebellen, die seit August 1998 gegen Kabilas Regierung kämpfen. Der kongolesische General Francois Olenga, erklärte: "Präsident Kabila lebt, und alles ist in Ordnung." Ein Hubschrauber des Präsidenten landete nach Angaben eines Regierungsbeamten am Zentralkrankenhaus von Kinshasa; an Bord war unbestätigten Berichten zufolge der offenbar verletzte Sohn des Staatschefs, Joseph Kabila.

Unmittelbar nach der Schießerei rief Präsidentenberater Eddy Kapend die Bevölkerung in einer Fernsehansprache zu Ruhe auf und ordnete die Schließung aller Flughäfen und Grenzen des Landes an. Durch die Straßen von Kinshasa fuhren Lastwagen mit bewaffneten Soldaten. Innenminister Gaetan Kakudji ordnete ein nächtliches Ausgehverbot an und erklärte, Kabila habe alle Kampfeinheiten in der Hauptstadt in Alarmbereitschaft versetzt.



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