Kongo Tshisekedi als Präsident vereidigt

Der Machtwechsel ist historisch, die Wahl war umstritten: Félix Tshisekedi ist im Kongo als Präsident vereidigt worden. Bei seiner Antrittsrede erlitt er einen Schwächeanfall.

Félix Tshisekedi
AP

Félix Tshisekedi


Es gibt glaubhafte Vorwürfe des Wahlbetrugs, trotzdem erklärte das Verfassungsgericht im Kongo Félix Tshisekedi zum Gewinner der Abstimmung. Jetzt ist der 55-Jährige als Präsident vereidigt worden. Sein Amtsantritt ist der erste friedliche Machtwechsel in dem zentralafrikanischen Land seit Jahrzehnten.

"Unser Kongo wird kein Kongo des Hasses und des Stammesdenkens sein", sagte Tshisekedi in seiner Antrittsrede. "Unser Kampf wird für das Wohl aller Bürger dieses Landes sein."

Unmittelbar nach der Vereidigung musste Tshisekedi seine Rede allerdings aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen. Er habe einen kleinen Schwächeanfall gehabt, sagte der 55-Jährige, als er zur Fortsetzung der Zeremonie zurückkehrte.

Der Kongo gehört zu den ärmsten Ländern der Welt

Tshisekedis Weg zur Macht in dem zentralafrikanischen Land war allerdings von Vorwürfen des Wahlbetrugs überschattet. Wahlbeobachter der katholischen Kirche und interne Dokumente der Wahlkommission sahen den Oppositionskandidaten Martin Fayulu als Gewinner der Abstimmung vom 30. Dezember. Der scheidende Präsident Joseph Kabila durfte sich nicht um eine weitere Amtszeit bewerben.

Das Verfassungsgericht hatte die Beschwerden gegen das Ergebnis der Wahl am Sonntag zurückgewiesen. Daraufhin gratulierten auch afrikanische Staaten, die EU und die USA Tshisekedi zum Wahlsieg. Er war zuvor vor allem als Sohn eines langjährigen Oppositionsführers bekannt, der 2017 gestorben war.

Auf Tshisekedi wartet nun viel Arbeit: Trotz reicher Vorkommen von Mineralien wie Kobalt, Kupfer und Gold gehört der Kongo zu den ärmsten Ländern der Welt. Schuld daran sind auch viele von der Gier nach Rohstoffen befeuerte Konflikte.

Der friedliche - wenn auch nicht unumstrittene - Machtwechsel ist für den Kongo ein Erfolg. Nach der Unabhängigkeit von Belgien 1960 hatte Diktator Mobuto Sese Seko bald die Macht ergriffen. Er wurde von Rebellenführer Laurent-Désiré Kabila gestürzt, der sich 1997 selbst zum Präsidenten erklärte. 2001 wurde Kabila von einem Bodyguard erschossen. Sein damals 29 Jahre alter Sohn Joseph erbte die Macht.

aev/dpa



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