Kongo Granatfeuer und Tote nahe der Residenz Bembas

Im Kongo gibt es erste Teilergebnisse der Stichwahl zwischen Präsident Kabila und seinem Vize Bemba ums höchste Staatsamt. Kurz nach dem Bekanntwerden der Zahlen waren unweit der Residenz Bembas Mörserschüsse zu hören. Vier Menschen kamen ums Leben.


Kinshasa - Die Schüsse waren nach Polizeiangaben am Morgen in der Nähe der Residenz von Präsidentschaftskandidat Jean-Pierre Bemba gefallen. Bereits zuvor waren Mörserschüsse zu hören gewesen. Am Nachmittag beruhigte sich die Lage wieder. Vizepräsident Bemba war bei den Stichwahlen um das Präsidentenamt in der Demokratischen Republik Kongo gegen den bisherigen Amtsinhaber Joseph Kabila angetreten.

Kinshasa: Soldaten Bembas gehen in Stellung
AP

Kinshasa: Soldaten Bembas gehen in Stellung

Kinshasas Gouverneur Baudouin Liwanga sagte am Abend in einer Ansprache, bei den Opfern handele es sich um drei Zivilisten und einen Soldaten. Er untersagte bis auf weiteres jegliche Ansammlung und Demonstration in der Stadt. Zunächst war von zwei Toten die Rede gewesen.

Am Vortag hatte die Unabhängige Wahlkommission (CEI) neue Teilergebnisse der Stichwahl um das Präsidentenamt veröffentlicht. Danach liegt Amtsinhaber Joseph Kabila mit rund 60 Prozent vor seinem Herausforderer Bemba, der auf rund 39 Prozent kam. Das endgültige Ergebnis der Stichwahl soll am 19. November verkündet werden, möglicherweise wird dies aber vorgezogen.

Nach Bekanntgabe des Ergebnisses der ersten Runde, in der Kabila die absolute Mehrheit verpasst hatte, waren bei Zusammenstößen zwischen Anhängern beider Kandidaten 23 Menschen getötet worden.

In Kinshasa befinden sich derzeit rund 370 Bundeswehrsoldaten, die im Rahmen des Eufor-Einsatzes den Wahlprozess sichern helfen sollen.

asc/AFP



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