Kongo In Kisangani wüten die Killerkommandos

Die Bilder erinnern an den Völkermord in Ruanda, als aufgeblähte Leichen in den Seen und Flüssen schwammen. In der ostkongolesischen Stadt Kisangani werden aus dem Fluss Kongo enthauptete Leichen gezogen. Ruandische und kongolesische Todesschwadronen sollen dort mindestens 200 Menschen ermordet haben.


Kinshasa - Der Radiosender BBC meldete am Sonntag, Mitarbeiter von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen hätten von dem Massaker berichtet. Abtrünnige ehemalige Mitglieder der von Ruanda unterstützten Rebellen der "Kongolesischen Bewegung für Demokratie" (RCD) hatten in Kisangani am 14. Mai kurzzeitig einen Radiosender besetzt und zur Ermordung der ruandischen Besatzer aufgerufen.

Der Racheaktion fielen nun hauptsächlich Polizisten und Armeeoffiziere, aber auch viele Zivilisten zum Opfer, berichteten Mitarbeiter der Uno-Mission für Kongo. Kisangani wird wie der gesamte Osten des Bürgerkriegslands von der RCD und ruandischen Soldaten kontrolliert. Sie beschuldigen die Regierung in Kinshasa sowie von Uganda unterstützte rivalisierende Guerillas, die Revolte am 14. Mai angezettelt zu haben.



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