Kongo Kabila lässt sich zum Wahlsieger erklären

Die Opposition will das Ergebnis nicht hinnehmen: Kongos Präsident Joseph Kabila ist nach Angaben der Wahlkommission in seinem Amt bestätigt worden. Beobachter befürchten jetzt schwere Ausschreitungen in dem afrikanischen Krisenland.

Joseph Kabila: Der erwartete Wahlsieger im Kongo
AFP

Joseph Kabila: Der erwartete Wahlsieger im Kongo


Kinshasa - Eine Stichwahl wird es nicht geben, deshalb ist Joseph Kabila trotz aller Proteste am Ziel: Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo ist für eine weitere Amtszeit wiedergewählt worden. Er erhielt nach ersten Angaben der Wahlkommission 49 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der langjährige Oppositionsführer Etienne Tshisekedi sei auf 32 Prozent der Stimmen gekommen, teilte der Chef der Wahlkommission, Daniel Ngoy Mulunda, mit.

Tshisekedis Lager reagiert umgehend: Das veröffentliche Ergebnis sei "völlig inakzeptabel". Anhänger des Oppositionschefs hatten schon zuvor von Betrug gesprochen und angekündigt, auf die Straßen zu gehen, sollte Kabila zum Wahlsieger erklärt werden. Die Bestätigung der Ergebnisse durch das oberste Gericht des Landes steht noch aus. Die Verkündung des Resultats hatte sich mehrere Male verzögert. Urspünglich sollte der Gewinner bereits am Dienstag bekannt gegeben werden.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen vor und während des Urnengangs waren mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Aus Angst vor Unruhen waren in den vergangenen Tagen bereits Tausende Menschen ins Nachbarland Kongo-Brazzaville geflohen.

Nach einer Verfassungsänderung im Januar reicht einem Kandidaten jetzt die einfache Mehrheit. Das Ergebnis der Parlamentswahlen soll im Januar verkündet werden.

als/dpa/dapd



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