Drei Tage vor der Abstimmung Präsidentschaftswahlen im Kongo verschoben

Die Demokratische Republik Kongo muss sich weiter gedulden: Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen finden nicht am Sonntag, sondern eine Woche später statt - wegen Problemen bei der Vorbereitung.

Präsident Joseph Kabila
REUTERS

Präsident Joseph Kabila


Am Sonntag hätte die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo eigentlich über ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten abstimmen sollen. Nun, drei Tage vorher, wurden die Wahlen allerdings um eine Woche verschoben. Grund der Verschiebung seien Probleme bei der Vorbereitung. Die Wahlen fänden nun am 30. Dezember statt, teilte der Chef der unabhängigen Wahlkommission (Ceni), Corneille Nangaa, mit.

Corneille Nangaa
AFP

Corneille Nangaa

Die geplanten Wahlen stellen das zentralafrikanische Land vor erhebliche Herausforderungen. In der vergangenen Woche waren Tausende Wahlcomputer bei einem Brand in einem Lager der Ceni zerstört worden. Zudem wurde der Wahlkampf von Gewalt überschattet. Hinzu kommt ein Ebola-Ausbruch im Nordosten, der seit August 300 Menschen das Leben kostete.

Bei der Wahl soll ein Nachfolger von Präsident Joseph Kabila bestimmt werden. Er darf sich nicht um eine weitere Amtszeit bewerben. Im Kongo gibt es seit Jahren Spannungen, weil der seit 2001 amtierende Kabila nicht wie vorgesehen Ende 2016 abgetreten war. Es folgten teils blutige Unruhen, die Präsidentschaftswahl musste bereits zweimal verschoben werden.

21 offizielle Kandidaten stehen zur Wahl. Nur drei von ihnen werden allerdings realistische Chancen zugetraut: Einer ist Emmanuel Ramazani Shadary, den sich Kabila selbst als seinen Nachfolger wünscht. Hinzu kommen Felix Tshisekedi, Präsident der größten Oppositionspartei des Landes, und Martin Fayulu, ein weiterer Oppositioneller.

aev/AFP/dpa



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