Kongo Tausend Tote täglich

Die Uno hat angemahnt, angesichts der Flutkatastrophe in Südostasien das Schicksal der Menschen im Kongo nicht zu vergessen. Der für Hilfsaktionen zuständige Uno-Koordinator Egeland sagte, dort stürben jeden Tag rund 1000 Menschen.


Verzweiflung im Kongo: Eine Frau trauert um ihre getöteten Angehörigen
AFP

Verzweiflung im Kongo: Eine Frau trauert um ihre getöteten Angehörigen

New York - Binnen eines Jahres gebe es im Osten des afrikanischen Landes mindestens ebenso viele namenlose Opfer wie in den Tsunami-Gebieten am Indischen Ozean, sagte Uno-Koordinator Jan Egeland in New York: "Ich hoffe, die Welt hat genauso viel Mitleid mit diesen hilflosen Menschen im Kongo."

Egeland zufolge sterben in dem Land jeden Tag rund 1000 Menschen, und in vielen Fällen gehe der Tod auf Unterernährung oder Krankheiten zurück, die in einem funktionierenden Gesellschaftssystem nicht aufträten oder behandelt würden. Mehr als in vermutlich jedem anderen Teil der Welt stürben die Menschen im Kongo infolge von Vernachlässigung, mangelnder Aufmerksamkeit und mangelnder Anwesenheit der internationalen Staatengemeinschaft.

Laut einer Studie des in New York ansässigen Internationalen Rettungskomitees sind seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Osten des Kongos 1998 etwa 3,8 Millionen Menschen Opfer der gewaltsamen Auseinandersetzungen geworden. Jeden Monat sterben demnach immer noch 31.000 Menschen infolge des Konflikts. Uno-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich besorgt über die Sicherheitslage in der Region. Dies könne dazu führen, dass die für Juni geplanten Wahlen verschoben werden müssten.

Offiziell endete der Bürgerkrieg zwar 2002, doch kommt es im Kongo immer wieder zu neuen Kampfhandlungen. In diese ist auch das Nachbarland Ruanda verwickelt.



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