Kongo Tausende fliehen vor Kämpfen
Goma - Im Nordosten des Kongo sind nach UN-Berichten am Samstag tausende Menschen vor Kämpfen zwischen örtlichen Milizen und den Tutsi-Rebellen von General Laurent Nkunda geflohen. Die Menschen seien in großer Panik und völlig hilflos, sagte Sylvie van den Wildenberg, eine Mitarbeiterin der UN-Mission im Kongo. "Wir haben drei Frauen gesehen, die während der Flucht ihr Kind geboren haben", erklärte sie. Die Flüchtlinge hätten berichtet, es sei zwischen Nkundas Anhängern, der örtlichen Mai Mai Miliz und ruandischen Hutu-Rebellen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.
Ein Befehlshaber der Armee bestätigte die Kämpfe. Die kongolesische Armee sei aber nicht in die Auseinandersetzungen bei Bunagana in der Provinz Nord-Kivu verwickelt. Die Hutu-Rebellen dementierten eine Beteiligung.
Die Krisenprovinz Nord-Kivu ist bereits seit zwei Monaten unter der Kontrolle von Nkunda. Kongos Präsident Joseph Kabila war erst am Samstag aus der Region zurückgekehrt, wo er mit Nkunda über eine Entwaffnung seiner Männer verhandelt hatte.
Uganda verstärkt seine Grenztruppen
In der an Ruanda grenzenden Provinz lieferten sich die verfeindeten Volksgruppen der Hutu und der Tutsi in den vergangenen Monaten immer wieder heftige Kämpfe. Viele ruandische Hutus flohen nach dem Völkermord in die Nachbarregion im Osten des Kongo.
Nkunda will nach eigener Darstellung seine Tutsi-Volksgruppe vor den Hutus in der Region schützen. Der Tutsi Nkunda beschuldigte die Armee, mit Hilfe ruandischer Hutu-Rebellen mehrere Anschläge auf ihn versucht zu haben. Ein im September unter Druck der UNO verhandelter Waffenstillstand wurde immer wieder gebrochen.
Das Nachbarland Uganda verstärkte derweil seine Truppen entlang der Grenze zum Kongo. So soll ein Einsickern von Nkundas Truppen verhindert werden. Ein ugandischer Armeesprecher sagte, die Soldaten dürften nur unbewaffnet nach Uganda kommen, und müssten sich den ugandischen Truppen ergeben.
Nach UN-Angaben gehen Hilfsorganisationen davon aus, dass seit Dezember vorigen Jahres mehr als 370.000 Menschen aus der umkämpften Region geflüchtet sind.
mak/AFP/dpa