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04. November 2013, 13:00 Uhr

Kämpfe gegen Rebellen

Tausende Kongolesen auf der Flucht

Im Osten des Kongos hat eine neue Flüchtlingswelle eingesetzt. Zehntausende Menschen flüchten vor der Offensive der Armee gegen die Rebellen. Die jüngsten Hoffnungen auf einen Waffenstillstand haben sich zerschlagen.

Kinshasa - Der angekündigte Waffenstillstand ist gescheitert. Laut der kongolesischen Armee griffen die Rebellen der M23 am Montag an der Grenze zu Uganda erneut mit schweren Geschützen die Stadt Bunagana an. Tausende Kongolesen sollen auf der Flucht ins Nachbarland sein.

"Das ist kein Kampf, das sind Bomben gegen die Zivilbevölkerung von Bunagana. Der Waffenstillstand war eine Lüge", sagte der Armee-Sprecher Olivier Hamuli der Nachrichtenagentur Reuters. Noch am Wochenende hatte die M23 eine Waffenruhe verkündet. Nach den erneuten Angriffen ist diese Ankündigung wohl hinfällig.

Über Twitter ließ die M23 ("Bewegung 23. März") verlautbaren, dass sie mit ihren Angriffen nur auf "Provokationen" der kongolesischen Armee reagiere. Die Rebellen beschuldigen auch die in der Region stationierten Uno-Truppen, nicht auf einen Friedensschluss hinzuarbeiten, sondern die FARDC und die mit der M23 verfeindete Rebellengruppe Forces Démocratiques de Libération du Rwanda (FDLR) zu unterstützen.

In der vergangenen Woche hatte die kongolesische Armee eine Offensive auf die von der M23 gehaltenen Gebiete gestartet. Die Rebellen wurden aus ihrer Hochburg Bunagana, der Grenzstadt zwischen der ostkongolesischen Region Kivu und Uganda, vertrieben.

Unterstützt wurde die Armee dabei wohl von Truppen afrikanischer Nachbarländer. Mindestens ein Soldat aus Tansania soll bei den Gefechten getötet worden sein.

Uno und EU plädieren für Waffenstillstand

Laut Uno und dem ugandischen Roten Kreuz sind Tausende Kongolesen auf der Flucht vor den erneut aufflammenden Kämpfen. Seit 2012 sollen insgesamt 750.000 Menschen aus der Region geflohen sein.

Am Montag gaben Vertreter von Uno, Afrikanischer Union, EU und den USA eine gemeinsame Stellungnahme zu den Kämpfen ab. Darin drängten sie die M23 zur Aufgabe. Außerdem solle die kongolesische Armee von weiteren militärischen Angriffen absehen. Nur so könne die M23 entwaffnet und für ihre Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu schweren Gefechten im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Zwischenzeitlich hatten die Rebellen der M23 sogar die Millionenstadt Goma besetzt. Um einen Friedensvertrag ringen die Konfliktparteien seit dem letzten Jahr erfolglos.

asp/Reuters

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